texte zu reinkarnation & karma
Reinkarnation und Karmapraxis
Die Notwendigkeit der Erkenntnis von wiederholten Erdenleben und Möglichkeiten der individuellen Selbstgestaltung des Schicksals
(Stand: 30.1.12)
von Immo Lünzer - inkare
„Immer, wenn du lehrst, lehre gleichzeitig, an dem zu zweifeln, was du lehrst.“
José Ortega y Gasset, 1883 - 1955
"Wer die verschlungenen Pfade des Karma sichtbar macht,
macht sich um das Wohl seiner Mitmenschen verdient."
Helena P. Blavatsky, 1831 - 1891
Einleitung
Eine zunehmende Zahl von Menschen glaubt an ein Leben nach dem Tod oder erlebt eine Nahtoderfahrung, und 30 - 50 Prozent glauben an eine Wiedergeburt. Die Reinkarnation (auch Palingenese genannt) geht davon aus, dass wir immer wieder und wieder geboren werden, damit wir spirituelle Lektionen des Lebens lernen und umsetzen können. Das Gesetz des Karma (selbstbetimmtes Schicksal s. u.) hilft uns, die Folgen unserer Taten zu verstehen und uns zu verwandeln - uns selbst zu entwickeln. Dieser Prozess hilft dem Wesenskern (das innere Selbst eines geistigen Wesens - oft einfach Seele genannt) zu reifen und zu entwickeln. Der Sinn dabei ist, Liebe zu leben und anzuheben. Und es geht nicht darum, zu strafen oder zu vergelten - es geht um Gnade.
Die nachfolgenden Texte geben eine Einführung in das Thema und geben Anregungen für eine praktische Karmagestaltung: Entwicklung der eigenen Biografie und Selbstgestaltung des eingenen Schicksals.
Da ich 1971 durch die Anthroposophie die ersten Informationen über diese spannenden Aspekte des Lebens erfahren durfte, möchte ich damit beginnen.
Anthroposophie
„Es gibt heute eine Anzahl von Seelen, welche in unserer Zeit so weit sind, dass sie knapp vor dem Moment stehen, wo sie an ihre früheren Inkarnationen, wenigstens an die letzte, sich erinnern werden. Eine ganze Anzahl von Menschen ist heute sozusagen gerade vor dem Sich-Öffnen des Tores zu dem umfassenden Gedächtnis, das nicht nur das Leben zwischen Geburt und Tod, sondern das die vorangehenden Inkarnationen, wenigstens die letzte zunächst umfasst.“
(Rudolf Steiner am 4.12.1909 in „Die tieferen Geheimnisse des Menschenwerdens im Lichte der Evangelien“)
Jedes Mal, wenn Rudolf Steiner an einer theosophischen/anthroposophischen Gesellschaftsgründung beteiligt war, hat er auf die Bedeutung von Reinkarnation und Karma hingewiesen.
1902/03 ist er damit überhaupt nicht durchgedrungen, am 20.10.1902 sprach er auf der konstituierenden Generalversammlung der Deutschen Sektion der Theos. Ges. über „Praktische Karmastudien“ (leider gibt es keine Nachschriften dazu) - und er wurde von führenden Theosophen daran gehindert, praktische Karmaübungen zu verbreiten. 1903 erschienen zwei Aufsätze in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift ,Luzifer‘ (GA 34).
Auch bei der Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft (1913 - nach Trennung von der Theosophischen Ges.) konnte er nicht damit durchdringen. (1910 hielt er elf Vorträge in Hamburg „Die Offenbarungen des Karma“ (GA 120), 1910/11 hielt er sechs Vorträge in Stuttgart „Okkulte Geschichte. Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge von Persönlichkeiten und Ereignissen der Weltgeschichte.“ GA 126) und 1912 waren es sechs Vorträge in Berlin und Stuttgart „Wiederverkörperung und Karma und ihre Bedeutung für die Kultur der Gegenwart“ (GA 135). Über die Theosophische Gesellschaft bemerkt er rückblickend, sie sei in dieser Hinsicht „in ein mehr theoretisches Fahrwasser“ gekommen (GA 240).
Erst 1924 - im Jahr nach der Gründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft - fand er größere Bereitschaft das Thema aufzunehmen (1924 hielt er 81 Vorträge in verschiedenen Städten Europas „Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge“ GA 235 – 240 mit 77 Vorträgen).
Am Anfang des 21. Jahrhunderts beschäftigen sich die Menschen zunehmend mit Reinkarnation und Karma und auch die Bereitschaft steigt stetig, praktische Karmaarbeit zu betreiben, um sein eigenes Schicksal selbst aktiv in die Hand zu nehmen .
Worin lag/liegt die eigentliche Aufgabe Rudolf Steiners?
Das Buch „Rudolf Steiners ,eigenste‘ Mission - Reinkarnation und Karma“ von Thomas Meyer (2008) schildert den biografischen und sachlichen Ursprung Steiners eigentlicher Mission und es zeigt die Rollen auf, die Wilhelm Anton Neumann, Karl Julius Schröer, Walter Johannes Stein, Marie Steiner, Ita Wegman u. a. spielten. Und es will insbesondere die welthistorische Stellung der Anthroposophie aufzeigen: R. Steiner hat den großen naturwissenschaftlichen Evolutionsgedanken C. Darwins auf ein zeitgemäßes Feld der seelisch-geistigen Entwicklung der menschlichen Individualität emporgehoben.
Die Darstellung dieser geschichtlichen Entwicklung für eine zeitgemäße Karmakultur ist sehr gut dargestellt, wobei die beiden Schlusskapitel durchaus etwas moderner hätten gegriffen werden können.
5.3.1912 antwortet R. Steiner sehr eindrucksvoll auf die Frage: Was kann die Anthroposophie dem Menschen der Gegenwart geben und worin liegt das eigentlich Neue der anthroposophischen Gesellschaft? „Es liegt darin, dass die zwei Wahrheiten, die sozusagen zu unseren fundamentalsten Dingen gehören, an die Menschenseele in einer immer überzeugenderen Weise herantreten: die beiden Wahrheiten von Reinkarnation und Karma. Man kann sagen: Was der Anthroposoph in erster Linie auf seinem Wege findet, wenn er heute ernstlich strebt, das ist die Notwendigkeit der Erkenntnis von Reinkarnation und Karma.“ … und „das Fundamentalste ist die Gestalt, welche die Christusfrage dadurch erhält, dass Reinkarnation und Karma in die Herzen der Menschen als Wahrheiten aufgenommen werden.“
„Das Verhältnis eines Menschen der Gegenwart zur Anthroposophie charakterisiert sich darin, dass er in die Lage kommen kann, aus irgendwelchen Voraussetzungen heraus Reinkarnation und Karma als Erkenntnis in sich aufzunehmen. Das ist das Wesentliche, worum es sich handelt. Im Grunde genommen folgt alles Übrige dann in einer mehr oder weniger selbstverständlichen Weise daraus, ob sich der Mensch zu Reinkarnation und Karma in der entsprechenden Weise zu stellen vermag.“
Anschließend spricht er über den bedeutsamen Unterschied der kopernikanischen und anthroposophischen Weltanschauung: Die kopernikanische (heliozentrische) Sichtweise wurde von den Menschen so schnell aufgenommen, da es eine Epoche der Oberflächlichkeit war. 1912 stehen wir vor dem „Zeitalter der notwendigen Vertiefung, der Verinnerlichung der Menschenseele und der Menschenherzen.“ … „Und dann müssen wir uns fragen: Wie wird sich denn dieses Leben gestalten müssen unter dem Einfluss der Erkenntnisse von Reinkarnation und Karma?“
(Nikolaus Kopernikus (1473 – 1543) ließ seine Beschreibungen erst in seinem Todesjahr veröffentlichen.)
Die kopernikanische Wende hat die Menschen zunehmend zur Kultur des Materialismus und zur Fixierung auf das Äußerliche geführt. Das neue Jahrtausend gibt nun die Chance, eine echte globale Wende zu vollziehen: Durch die Besinnung auf eine innere Entwicklung und eine Kultur der Vertiefung des Geistigen/Spirituellen kann erkannt werden, dass man immer wieder auf die Erde zurückkommt. Dadurch kann eine neue Verantwortung für die Welt geschaffen werden, in dem Sinne, dass der Mensch nicht nur für seine eigene Weiterentwicklung verantwortlich ist, sondern auch für die Entwicklung von Tieren und Pflanzen.
Und am 21.2.1912 formulierte es Steiner (GA 135) so und das gilt meiner Ansicht nach heute - etwa hundert Jahre danach (!) - um so mehr:
"Gewiß, wir lernen vieles durch die Anthroposophie kennen. Wir lernen kennen die Entwickelung der Menschheit, wir lernen kennen selbst die Entwickelung unserer Erde und unseres Planetensystems. Alle diese Dinge gehören zu den Grundlagen des anthroposophisch Strebenden. Aber das hier Gemeinte, besonders Bedeutsame für den Anthroposophen der Gegenwart ist das Erringen einer Überzeugung in bezug auf die Fragen von Reinkarnation und Karma. Und die Art und Weise, wie die Menschen sich aneignen werden diese Überzeugung von Reinkarnation und Karma, wie sie die Möglichkeit finden werden, den Gedanken von Reinkarnation und Karma in das allgemeine Leben überzuführen, das wird eben dieses moderne Leben von der Gegenwart in die Zukunft hinein im wesentlichen umgestalten. Es wird ganz neue Lebensformen, ein ganz neues menschliches Zusammenleben schaffen; ein solches Zusammenleben aber, wie es notwendig ist, wenn die Kultur der Menschheit nicht dem Niedergang verfallen soll, sondern wirklich aufwärtssteigen, vorwärtsgehen soll. Solche Erwägungen, solche inneren Seelenerlebnisse, wie sie gestern (Vortrag vom 20.2.1912 in Stuttgart) hervorgehoben worden sind, kann im Grunde genommen jeder moderne Mensch schon machen; und wenn er nur genügend Energie und Tatkraft hat, so wird er schon zu einer inneren Überzeugung der Wahrheit von Reinkarnation und Karma kommen. Demjenigen aber, was wahre Anthroposophie eigentlich wollen soll, dem steht gegenüber, man möchte sagen, der ganze äußere Grundcharakter unserer gegenwärtigen Zeit."
Karmakultur
Eine Kultur, welche die Tatsache von Reinkarnation und Karma in sich trägt, wird auch den Umgang der Menschen miteinander unendlich vertiefen und verinnerlichen - eine solche Kultur kann man Karmakultur nennen. Karmakultur hilft den Menschen, ihre Krisen und Schicksalsschläge besser zu verarbeiten und aktiv an die Gestaltung des Karmas zu gehen.
Inzwischen gibt es auch eine Bewegung für strategischen/nachhaltigen Konsum = Karmakonsum: ,KarmaKonsum‘ (Frankfurt) ist eine der führenden Trendforschungs- und Beratungsgesellschaften zu den Themen gesunde und nachhaltige Lebensstile (LOHAS) und neues Wirtschaften (CSR) und sieht sich als ,a new spirit in business‘ - nach dem Motto ,do good with your money‘. (www.Karmakonsum.de)
Und in dem Buch ,Geld und Karma‘ zeigt Bernhard Steiner (2010), dass in der Finanz- und Wirtschaftskrise aus dem Tauschen ein Täuschen geworden ist. Der Autor stellt der ,Schein‘-Welt des Kapitals eine Wesensbetrachtung des Geldes gegenüber, die in der Analogie zum Karmagedanken und der Vorstellung eines ,kosmischen Ausgleichs‘ mündet. Heute wird immer deutlicher, dass Geld eine Erkenntnisfrage ist, aber auch dass der Themenkomplex Karmakultur und -konsum dabei helfen kann, das Finanzgeschehen ganzheitlich zu erfassen. Solange dies nicht eingesehen wird, dürfte uns noch manche Finanz- und Kulturkrise unsanft darauf aufmerksam machen, dass Geld und Geist nicht mehr zu trennen sind.
Unsere Lebensverhältnisse werden durch die Eigendynamik weltweiter Geld- und Kapitalströme geprägt und milliardenschwere Rettungspakete, werden nicht mehr lange darüber hinwegtäuschen, dass wir unsere gesellschaftlichen Probleme nicht durch mehr Kapital, sondern nur durch ein anderes Verständnis von Geld lösen können.
Im Vorwort zu ,Geld und Karma‘ betont Götz Werner, dass dieses Buch deutlich macht, "dass und wie wir uns - als Geselschaft und als individuelle Menschen in ihr - im Geldwesen stets selbst begegnen. Damit wird letztlich aufgezeigt, an welcher Stelle dieses Geldwesen wirksam geändert - oder zu sich selbst geführt - werden kann. Es wird Bestandteil menschlich-gesellschaftlicher Selbsterkenntnis. Dies kann nie abgeschlossen sein; sie ist dauerhafter Prozess. In diesem Sinne sollten Thema und Buch als wichtiger Anstoß geistiger Befassung verstanden und vielfältig aufgegriffen werden."
Methoden und Praxis der anthroposophischen Karmaarbeit
„Forschungsgruppe Karmapraxis in der AGiD“
Seit vielen Jahren gibt es in Deutschland verschiedene Initiativen einzelner Menschen und Gruppen, die sich mit den von Rudolf Steiner angeregten Übungen zur Erforschung karmischer Zusammenhänge beschäftigen. Dabei sind unterschiedliche Ansätze eines praktischen und forschenden Umgangs mit diesem Thema entstanden, die auch in Beratungs- und Seminartätigkeit praktiziert werden (vgl. Rohlfs 1999). Seit 2008 treffen sich regelmäßig Menschen, die einen Dialog und ein Forschungsgespräch zu diesem Thema vertiefen, und um einen zeitgemäßen Umgang mit Karmafragen in einen für die anthroposophische Bewegung fruchtbaren Austausch zu bringen. Dieser Kreis nennt sich Forschungsgruppe Karmapraxis in der AGiD.
Am 24. und 25. Oktober 2008 fand in Bochum das erste Kolloquium der Arbeitsgruppe „Karmapraxis“ statt, zu welchem die Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland e.V. (AGiD) einlud. Seitdem traf sich dieser Kreis von einigen auf dem Felde der Karmaforschung und Praxis tätigen Menschen zweimal im Jahr. Die letzten zwei Treffen fanden am „der Hof“ in Niederursel (Frankfurt am Main) statt. In der Gruppe sind verschiedene Ansätzen der praktischen Karmaarbeit vertreten, sodass zunächst Zeit dazu genutzt worden ist, sich, seinen Weg und seine Arbeitsmethoden zu präsentieren. Dies geschah meistens durch Austausch und durch Gespräche über Ähnlichkeiten und Unterschiede, sowie durch konkretes Üben, das von dem betreffenden angeleitet wurde. Seit dem ersten Treffen sind einige Teilnehmer wieder ausgeschieden und ein paar neue sind dazugekommen.
Diese von Immo Lünzer, Hartwig Schiller und Michael Schmock anfangs vorbereiteten und geleiteten Kolloquien bekamen bei dem Treffen im Dezember 2009 in Frankfurt einen neuen Duktus und eine Vertiefung, indem zu dem bloßen Kennenlernen und dem gegenseitigen Respektieren ein Vertrauen aus Erkenntnis des Andersartigkeit des anderen und einen Willen zur Zusammenarbeit erwuchsen.
Kurz davor - im letzten Herbst 2009 - war mit der gemeinsamen Initiative für den „Forschungs- und Übungstag zur Karmapraxis“ in Witten (organisiert von M. Schmock/NRW) ein wichtiger Baustein für diese konstruktive Weiterentwicklung gelegt worden.
2010 wurde aus dieser Initiative heraus die „Forschungsgruppe Karmapraxis in der AGiD“ (Anthroposophische Gesellschaft in Deutschland) als Gruppe auf sachlichem Feld gegründet.
Ziele
Die Mitglieder der Gruppe haben individuell erfahren, das der Themenkomplex „Reinkarnation und Karma“ immer wichtiger wird, um Schicksale zu verstehen, zu gestalten und weiter zu entwickeln um damit die Zukunft nachhaltig vorzubereiten. Die Gruppe will daher an folgenden Zielen arbeiten:
Unvoreingenommener Erkenntnis- und Erfahrungsaustausch zur Theorie, Praxis und gemeinsamen Weiterentwicklung einer zeitgemäßen Karmaarbeit
Netzwerke bilden um die Ergebnisse im Zeitgeist zu verankern und zu verbreiten.
Dadurch entstehen in den Treffen praktische Demonstrationen und sich anschließende Forschungsgespräche, die das Geschehen auswerten. Die Forschungsgruppe sieht sich mit Rudolf Steiners Anliegen verbunden, die Karmaforschung in konkreten, auch praktischen Schritten als soziale und kulturelle Aufgabe der Gegenwart auszugestalten.
Die Gruppenmitglieder erkennen dabei natürlich auch, dass es mehrere Wege der modernen Karmaarbeit gibt, und sie will sich im Ringen um eine gute Fortentwicklung gegenseitig befruchten.
Mitglieder der Gruppe sind:
Silke Ewald, Inge Denzinger, Carla van Dijk, Manfred Fahrentrapp, Jaak Hillen, Christoph von Keyserlingk, Eva Kopka, Immo Lünzer, Heide Oehms, Michael Schmock, Hans Supenkämper. (Bei den vorbereitenden Sitzungen haben u. a. auch Hartwig Schiller, Christiane Feuerstack, Irmgard Gross, Coenraad und Shirley van Houten mitgewirkt.)
Kontakt:
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Schicksalslernen und praktische Karmaarbeit nach Coenraad van Houten und Kollegen
„Schicksal ist ein göttliches Geschenk, wodurch wir vom Geschöpf zum verantwortungsvollen Mitarbeiter an der Weltentwicklung aufsteigen können – wenn wir vom Schicksal lernen wollen. … Jeder Mensch kann vom Schicksalsträger zum Schicksalsverwandler und vom Schicksalsverwandler zum Schicksalsschaffenden werden, er kann zum bewussten Mitarbeiter an den Menschen und der Weltentwicklung werden“ (Coenraad van Houten, 1998)
Coenraad J. Van Houten, geb. 1922 in den Niederlanden. Nach der Sekundarschule Studium der Chemie in Utrecht und der Wirtschaftswissenschaften in Rotterdam – während des Krieges. 1948-53 Manager in Honkong und Indonesien bei einer Reederei, 1953-57 Tätigkeit in einer Kakao- und Schokoladen-Fabrik in den Niederlanden. 1957-1960 Studium der Sozialpädagogik in Amsterdam. Anschließend als Organisationsberater für das NPI1 in Zeist tätig: Arbeit mit Spitzen- Managern sowie Training und Management für Entwicklungsländer; Projekte u.a. in Deutschland, USA, Schweiz, Süd-Afrika. 1975-93 Mitbegründer und Leiter des Centre for Social Development am Emerson College in England: Entwicklung neuer Methoden und Konzepte für die Erwachsenenbildung. 1989 dort Einrichtung des Anthroposophical Schooling Course. Seit 1993 Entwicklung der internationalen Bewegung für neues Erwachsenenlernen. Arbeit als Berater und Trainer in Kursen für Ausbilder in der Erwachsenenbildung in Engen/Deutschland. Seit 2002 in Deutschland wohnhaft.
Seine engsten Schüler sind seine Ehefrau Shirley Routledge van Houten, Hans Supenkämper und Jaak Hillen, der auch das künstlerische Element in die Karmaarbeit einbezieht.
Der Impuls des 'Neuen Lernens' - als Grundlage für eine Lernen vom Schicksal - zeichnet sich besonders durch drei grundlegende Elemente aus:
a. die Bezugnahme auf die sieben Lebensprozesse als Grundlage allen Lernens (vgl. Kap. Übungen...)
b. Methoden und Arbeitsweisen, die eine Integration von Spiritualität in alltägliches Handeln ermöglichen und schließlich (Karmaarbeit)
c. die gemeinsame Überzeugung, dass die Individualisierung allen Lernens das zentrale Anliegen auf dem Weg zur Entwicklung einer unabhängigen Persönlichkeit und eines freien Geistes ist.
Der Impuls des 'Neuen Lernens' eignet sich deshalb zur Anwendung auf allen Gebieten der Ausbildung von Erwachsenen. Der besondere Ansatz und die geistige Ausrichtung basieren dabei auf dem Hintergrund der Anthroposophie Rudolf Steiners, die hier als ein Weg zu leben und zu arbeiten praktisch handhabbar gemacht und weiter entwickelt wird.
Dieser Impuls gliedert sich in drei Lernwege.
1.Lernprozesse für Erwachsene
'Lernen zu lernen' ist ein sehr menschlicher, lebendiger Vorgang. Es es geht darum, so zu 'lernen', dass die Selbstentwicklung gefördert wird, in dem Kopf, Herz und Füße einen Anteil im Prozess haben. Das Individualisieren steht zentral, etwas zu erfahren und aufzunehmen, was dann in mir einen Platz bekommt und mit zu mir gehört. Das Integrierte kann ich so selbständig benützen. So wird der Wille zu lernen geweckt. Dieser Lernvorgang verbraucht keine Lebenskräfte sondern befreit sie, und macht uns lebendig, kreativ und geistesgegenwärtig.
2. Schicksalslernen - Karma-Arbeit
Falls Sie sich auch schon die Frage gestellt haben "Warum schon wieder? Wieso geschieht mir das?", so ist es an der Zeit, dieser Frage nachzugehen. Schicksal ist die Realität, in der wir leben. Um sich dem Schicksal aber nicht einfach ausgeliefert zu fühlen, sondern aus dieser Erkenntnis Lebenskraft und Mut, Kreativität und Freude zu eigenem Gestalten zu holen, braucht es konkrete Erfahrungen. Ich kann mein Schicksal aus eigener Kraft erkennen und eine Ahnung davon bekommen, wie meine Verbundenheit zu andern Menschen wirklich ist. Dies ist ein Prozess des Lernens und Übens, welcher von jedem wachen und interessierten Menschen mit ihm heute zur Verfügung stehenden Mitteln entwickelt werden kann.
3. Kreative Geistige Forschung
Der Weg, der zur Geistigen Forschung führt, ist auf Prozesse gegründet, die unsere Lebensenergie betreffen. Er führt zur Freisetzung kreativer Kräfte, die dann in der Forschung frei werden. Es handelt sich um einen natürlichen Prozess, der, wenn er einmal eingesetzt hat, seiner eigenen Dynamik folgt. Er führt zur Selbstverwirklichung und baut eine neue Beziehung zur äußeren Welt auf.
Seit einigen Jahren wird der Schulungskurs ,Karmapraxis als soziale Notwendigkeit - Innere Schulung zur Entwicklung sozialer Fähigkeiten‘ angeboten (und er wird ständig weiter entwickelt):
Darin ermöglichen neun Arbeitseinheiten eine innere Schulung für Menschen, die mit Menschen arbeiten und leben, um:
- das Wesentliche der eigenen Individualität und in der sozialen Umgebung "SEHEN" zu lernen
- das eigene kreative POTENTIAL zu entdecken und einzusetzen
- Zukunftsimpulse in die WELT zu geben
Um diese Fähigkeiten zu entwickeln, werden vielerlei Methoden, Mittel und Übungen angeboten. All dies dient dazu, neue eigene Potenziale zu entdecken und zu realisieren, so dass die Errungenschaften dieser Schulung in vielen Berufsfeldern unmittelbar eingesetzt werden können. Dies gilt auch für den persönlichen Alltag jedes Einzelnen.
In der Schulung steht die Karma-Arbeit an zentraler Stelle. Es wird sich aber nicht darum handeln zu erfahren, wer man in einem vorigen Leben war, sondern es geht darum, auf dem karmischen Schulungsweg den eigentlichen Aufgaben in diesem Leben näher zu kommen. Ausgangspunkt ist jeweils der eigene, individuelle Alltag.
Grundlage des Lernweges ist das Aktivieren der eigenen Lebensenergie. Damit werden individuelle Prozesse in Gang gesetzt und beschleunigt, sowie Seelen- und Lebenskräfte erweckt.
Diese Kräfte stehen uns zum Verwandeln von Altem sowie für die Realisierung tieferer Anliegen zur Verfügung.
Die Ausbildung hat einen Gesamtaufbau; es ist aber auch möglich, an einzelnen Wochen teilzunehmen. Zwischen den Schulungs-Wochen werden Aufgaben gegeben, um das Gelernte individuell zu vertiefen, die Themen für die neun Wochen:
1. Grundlagen der praktischen Karma-Arbeit – erste Schritte im Schicksalslernen.
2. Neues Lernen als Wegbereiter für soziale Kompetenz und eigene Kreativität.
3. Gegenwärtigkeit als offener Raum für die Begegnung zwischen Ich und Welt.
4. Widerstände werden zu Entwicklungspotenzialen – Heilung durch Verwandlung – spirituelle „Kompostierung“.
5. Aus der Erfahrung des karmischen Sinns meiner Hindernisse und Einseitigkeiten bilde ich neue Fähigkeiten. (Schicksalslernen Loop I)
6. Die Parzival-Frage als heilende Quelle in Beziehungen. (Schicksalslernen Loop II)
7. Das Geheimnis der Begegnung von Mensch zu Mensch – das karmische Gespräch.
Geistiges Forschen – „not-wendend“ für eine heilsame Zukunft.
9. Initiative und Kreativität – Integration ins karmische Netzwerk. (Schicksalslernen Loop III)
(vgl. Van Houten 1998, 1999 u. 2005)
Näheres: www.NALM.net
Homepage mit einer internationalen Übersicht von NALM-Kollegen (NALM = New Adult Learnig Movement = Bewegung für neues Erwachsenenlernen - in Deutschland als e. V. gegründet).
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www.artObe.eu
Karmaerkenntnis nach Heide Oehms und Christiane Feuerstack
a. Heide Oehms, geb.1942 im Harz, Kindheit in Weimar und Essen, Jugend in Manderscheid/Eifel, Beginn eines Kunststudiums in Trier, Heirat und Geburt der vier Kinder zwischen 1960 und 1969.
In dieser Zeit grundlegende Beschäftigung mit Philosophie, Religion und Psychologie.
1970 bis 73 Mitarbeit im Pestalozzi-Kinderdorf und Aufnahme von acht Pflegekindern. Dort kam es zur Begegnung mit der Anthroposophie. Seither intensives Studium derselben und der Entschluss für die Waldorfpädagogik. Der Ehemann Paul Oehms wird Waldorflehrer.
Als die Kinder soweit heran gewachsen waren, konnte wieder ein Kunststudium ergriffen und 1985 an der Alanus-Hochschule in Alfter abgeschlossen werden. Unterrichtstätigkeit in der Waldorfschule noch während des Studiums.
Eigene geistige Erlebnisse und Erinnerungen an frühere Leben konnten weiter ausgebildet werden.
Seit 1991 konnte die Methode weiterentwickelt und vertieft und zunehmend auch bei anderen Menschen, die Hilfe auf dem Weg suchten, angewandt werden.
Der Gedanke, dass es nicht nur eine äußere, kosmische und biologische Evolution gibt, sondern auch eine geistig-spirituelle, lässt uns das menschliche Dasein mit allen Höhen und Tiefen, Schicksalsschlägen und Erfolgen besser verstehen. In diesem Verständnis ist der Mensch nicht auf das eine, einzelne Leben beschränkt sondern sein ewiges, göttliches Selbst geht durch viele Leben hindurch, um in den verschiedenen Erfahrungen und Lernaufgaben zu einem brauchbareren Glied der Menschengemeinschaft heranzuwachsen. Alle Ereignisse, gute wie schlimme, graben sich in die Seele des Menschen ein und werden als unbewusste Mitgift ins kommende Leben mitgebracht. Als karmischer Doppelgänger oder auch Schatten genannt, rumort dieser Anteil in uns und kann sein Eigenleben entfalten in Form von sozialen Schwierigkeiten, Lebenskrisen oder auch als Krankheitsgeschehen. Man ist mitunter für aktives, positives Handeln blockiert.
Hier kann man ansetzen, um in einem vertieften, meditativen Prozess in die früheren Ereignisse einzutauchen, sie wiederum durchleben, um sie mit Hilfe höherer Wesen, der Engel, Erzengel und Christus, dem Herrn des Karma, so zu transformieren, dass sie in Zukunft nicht mehr störend wirken können.
Schwere Blockaden können kurzfristig erfolgreich gelöst werden. Doch langfristig ist eine gründliche Umarbeitung der verschiedenen Doppelgängeranteile sinnvoll, da tiefsitzende uralte Verstrickungen erst allmählich erkannt und gelöst werden können. (vgl. Oehms 1999)
In jahrelanger Erfahrung hat sich eine Intensivarbeit über 1-2 Tage bewährt, die alle paar Monate weitergeführt und vertieft werden kann. In der Zwischenzeit kann der Betreffende auch nach der erlernten Methode selbständig üben, sodass die Fähigkeiten geistiger Erkenntnis durch die mit der Meditation einhergehenden Entwicklung der Chakren zunehmen.
Näheres: www.HeideOehms.de
b. Imaginations- und Karmaarbeit nach Christiane Feuerstack
„Alle Erlebnisse und Erinnerungen vergangener Erdenleben sind in unserer Aura eingeschrieben… nicht immer ist es leicht, diese Erinnerung zu entziffern, aber sie ist da … der Mensch hat ein aurisches Gedächtnis um sich herum.“
(Rudolf Steiner: Esoterische Betrachtungen karmischer Zusammenhänge, Band V, GA 239, 14. Vortrag)
Geboren wurde Christiane Feuerstack 1960 in Manderscheid in der Eifel. Im Alter von zehn Jahren öffnete sich die große weite Welt in Form eines Umzugs an den Bodensee, in das Pestalozzi- Kinderdorf Wahlwies, wo sich die sechsköpfige Familie um acht Pflegekinder erweiterte. Drei Jahre später besuchte sie erstmalig eine Waldorfschule. Mit 23 Jahren unterrichtete sie Eurythmie in Schloss Hamborn bei Paderborn. Es folgte ein Aufbaustudium als Heileurythmistin in Stuttgart und Geburt der beiden Söhne (1987 und 1988). 1995 lernte sie die von ihrer Mutter, Heide Oehms, entwickelte Methode karmischer Forschung kennen. Diese Arbeit wurde fortan zur eigentlichen Schicksalsaufgabe. Im Jahre 2000 zog die Familie in ihre neue Wahlheimat Eckernförde.
Imaginationen sind aktiv erzeugte Vorstellungsbilder, die symbol- oder urbildhaft Aufschluss über innere seelische Realitäten geben können.
Mit Karma werden die geistigen Gesetze von Ursache und Wirkung bezeichnet, die außerhalb unserer linearen Vorstellung von Raum und Zeit wirken, und die insbesondere Zusammenhänge innerhalb der wiederholten Erdenleben eines Menschen offenbaren. Das beinhaltet nicht nur die Frage nach der eigenen Vergangenheit, sondern auch das Erkennen gegenwärtiger Aufgabenstellungen und zukünftiger Impulse.
Eine wichtige Rolle spielt auch die Frage nach der Bedeutung gegenwärtiger sozialer Konstellationen:
Warum wurde ich in diese Familie hineingeboren?
Was habe ich mit meinen Eltern und Geschwistern zu tun?
Welche Aufgabe führt mich mit meinem Partner und den eigenen Kindern zusammen?
Was verbindet mich mit Freunden, Berufskollegen oder anderen für mich wichtigen Personen?
Wie kann ich die Ursachen für bestehende Schwierigkeiten erkennen und damit überwinden?
Was ist meine Lebensaufgabe?
Ebenso können Fragen nach körperlichen Symptomen eine Rolle spielen, nach der Ursache von Krankheiten, chronischen Leidenszuständen oder psychosomatischen Symptomen.
Vieles kann durch das Erkennen der Ursache gelindert, vermieden oder auch einfach durch das Verstehen besser akzeptiert werden.
Man kann schon im gewöhnlichen Leben beobachten, wie anstrengend und mühsam es sein kann, Erlebtes, das dem Bewusstsein entfallen ist, wieder ins Gedächtnis zurückzuholen. Das trifft natürlich in verstärktem Maße auf Ereignisse zu, die unserem bewussten Erleben gar nicht zugänglich waren, die aber im Unterbewusstsein trotzdem wirksam sind.
Die Anstrengung, die Konzentration, die nötig ist, um diese unbewussten Seeleninhalte ans Licht zu holen, gelingt gewöhnlich besser zu zweit als allein. Durch die Hilfestellung und Führung eines erfahrenen, entsprechend geschulten Menschen kann der Zugang zum eigenen höheren Bewusstsein erheblich erleichtert werden.
Die von mir angewandte Methode lässt sich am besten als eine Art „meditatives Gespräch“ beschreiben, wobei ich betonen möchte, dass die Teilnehmer sich all ihrer Erfahrungen voll bewusst sind und sich an jedes Detail ihrer Erlebnisse erinnern können.
Sie befinden sich niemals in Trance, sondern in konzentrierter Verbindung mit ihrem höheren Bewusstsein. Diese Methode kann nach einigem Üben auch von einer Person alleine praktiziert werden.
Diese Arbeit ist für alle Menschen geeignet, die den aufrichtigen Wunsch haben, sich ihrer inneren Führung zu öffnen und Verantwortung für ihre eigene spirituelle Entwicklung zu übernehmen .Das bedeutet auch, jegliche Schuldzuweisungen an irgendeine Instanz außerhalb unserer selbst fallen zu lassen und jede Situation, in die wir geraten, als Spiegel unserer unbewussten Anteile bzw. als gewollte Entwicklungsmöglichkeit unseres höheren Selbst betrachten zu lernen.
Besonders im Zusammenleben mit anderen Menschen ist ein ehrlicher Umgang mit sich selbst und der Umwelt unverzichtbar. Unsere Kritik an anderen kann eine Projektion eigener unbewusster Fehler und Schwächen sein oder aber ein Hinweis auf eigene Unzulänglichkeiten bzw. zu entwickelnde Fähigkeiten, die der andere vielleicht in übertriebenem Maße verkörpert, während wir selbst in diesem Bereich gehemmt oder unterentwickelt sind.
Erst wenn wir bereit sind, jeden Menschen, dem wir begegnen, als Spiegel zu betrachten, können wir unsere Kritik und sonstige Schutzmechanismen fallen lassen und in unserem Inneren entdecken, wer wir in Wirklichkeit sind. (vgl. Feuerstack 2006 u. 2008)
Näheres: www.Christiane.Feuerstack.net
Anthroposophische Karmaforschung und Coaching nach Jostein Sæther
Jostein Sæther, 1954 in Sunndal (Norwegen) geboren und aufgewachsen begegnete 1971 der Anthroposophie. Nach dem Abitur (1973) studierte er Anthroposophie, Waldorfpädagogik und bildende Künste am R. Steinerseminar in Järna (Schweden). 1975 - 78 heilpädagogischer Pfleger und Lehrer in Norwegen. 1979 - 1981 Lehre bei Farbdesigner Fritz Fuchs und Studium der Kunsttheorie in Stockholm. Nach Tätigkeit als Dozent, Kunstlehrer und Publizist folgte ein Burnout, nachdem erneut die Karmaübungen Steiners geübt wurden, die 1996 umfassende karmische und geistige Fähigkeiten bewirkten. Seit 1979 Forschung-, Seminar- und Beratungstätigkeit zur geistigen Schulung und Karmapraxis.
Seit 1998 verheiratet im Saarland, leiblicher Vater von fünf Kindern.
Die Karmaidee
Karma entsteht immer aus dem Innersten des Ich und wird später dem anderen, dem ich früher z. B. etwas negativ angetan habe, als Ausgleich, als Erleichterung geschenkt, auch wenn ich dies zuerst nicht bewusst nachvollziehe. Die Karmaidee bedeutet nichts Geringeres, als dass kein Mensch sich erhebe zum Richter über das Innere eines anderen Menschen. Im Sinne des Karmas darf jeder sein eigener Richter sein. Solange ich über jemand kritisierend urteile, stelle ich den anderen unter den Zwang meines Ich, und ich handele dann gegen das Karma. Karma entspricht dem geistigen Gesetzt der Anziehung.
Das über- und unterbewusste Nehmen und Geben des Karmas durch die Inkarnationen wird durch Karmaerkenntnis freigelegt und als eine große Selbsterziehungshilfe, ja, sogar als eine friedensstiftende Energie entdeckt. Wie Karma wirk, ist äußerst vielgestaltig, und wenn wir die verschiedenen Karmagesetze, wie sie uns der Buddhismus, die Theosophie oder die Anthroposophie vermitteln, auch aus direkter Sichtweise kennen lernen, können wir unser Leben und dessen Stellung in einem karmischen Gestaltungsgang zwischen vergangenen und zukünftigen Inkarnationen denkerisch einigermaßen einordnen.
Durch das normale Erkenntnisvermögen, das jedem heutzutage mit dem üblichen, gesunden Tagesbewusstsein zur Verfügung steht, können solche Zusammenhänge schon gefühlsmäßig ausgemalt werden. Bis zu einem gewissen Grad könnte man gewiss Wahrhaftigem über frühere Leben durch ein sogenanntes intuitives Denken auf die Spur kommen. Aber vor allem ein gewollt erstrebtes höheres Bewusstsein, das innerhalb übersinnlicher Forschung mit imaginativer Schau sich entfaltet, kann umfassendere Inhalte und Gegebenheiten in Bezug auf frühere Leben erschließen.
Ein Orientierungslauf in meditativen Gebieten, der als Richtungsziel Karmaerkenntnis hat, wird einem selbst die Stationen zur Auffindung der Kriterien geben, wo Illusion und Wirklichkeit auseinander gehalten werden können. Eine reale, geistige Imagination ist eine freie und neutrale Tat im lebendigen Denken, die mit dem Schwung des Fühlens und der Wärme des Wollens eine Erkenntnis reifen lassen kann. Karmische Zusammenhänge dürfen aus dem Dunkel und der Unsichtbarkeit der Vergangenheit als imaginatives Ergebnis dieser Tat treten. Denn Karmaerkenntnis stärkt das Selbstvertrauen, bildet Empathie aus, entwickelt ein umfangreiches Bewusstsein über Karmawirken und frühere Erdenleben, schafft ein Interesse für übersinnliche Wesen und spirituelle Wahrheiten und weckt den Mut zu versöhnlichem Handeln in einer oft rücksichtslosen Welt.
J. Sæther zur Karmapraxis:
„Wenn ich in der Karmapraxis jemanden begleite, baue ich darauf, dass ich über mich selbst Einblicke in frühere Leben habe. Seit 1996 praktiziere ich eine aus der Anthroposophie entwickelte Methode, die geeignet ist, andere zu Karmaerkenntnis und zu Einblicken in frühere Leben zu verhelfen. Durch meine meditativen Entdeckungen und durch die umfassende Karmaarbeit mit anderen, wo charakteristische Einblicke aus vielen früheren Kulturen kamen, schlossen sich die Motive zu einem umfassenden Erkenntnistableau zusammen. Aspekte davon sind in meinen zwei Büchern beschrieben.
Die Fähigkeit des karmischen Rückblicks kann vielfältig geübt werden. Es geht nicht darum, frühere Leben als Sensation zu betrachteten, sondern sich vom darin wirksamen Karma harmonisieren zu lassen, so dass man für die Gegenwart ein „neuer Mensch“ wird. Ich gebe Anleitungen zu sogenannter dynamischer Meditation, die sowohl Entspannung und ein Konzentrieren auf spirituelle Werte gibt als auch gezielt den Kontakt mit Naturwesen, Krafttieren, Verstorbenen und Engeln unterstützen kann. Konsultationen, Seminare, Vorträge und Ausbildung zu Karma Coach gebe ich nach Vereinbarung.“ (vgl. Sæther, 2008)
Einzel- und Gruppenarbeit
Im ersten Gespräch wird das jetzige Leben überblickt und bestimmte Ereignisse ausgesucht, um ein Gespür für das Wirken des Karmas zu erwecken. Bestimmte Erinnerungen werden dabei in heilsamen Seelenübungen (Kontemplation) bewegt.. Die meditative „Reise“ in frühere Leben (Rückführung, Regression od. ,Zurückwandlung‘ - ein Begriff von R. Steiner) und in geistige Zustände zwischen den Leben geschieht in mehreren meditativen Etappen. Hinterher werden die übersinnlichen Erlebnisse und karmischen Bilder bezüglich den Aufklärungs- und Heilungswert im normalen Denken sortiert.
Die erste Sitzung umfasst vier Aspekte: biographisches Gespräch, Seelenübung, Meditation und Nachgespräch. Durch weitere Sitzungen können mehrere Inkarnationen freigelegt werden, sodass karmische Muster erkannt und festere Knoten auflöst werden können, oder man lernt, sie im gegenwärtigen Leben zu integrieren. Nach individueller Fähigkeit und mit der Zeit kann eine Virtuosität im Karmaerkennen entstehen. Sie bewirkt ein radikales Sichbefreien von seelischen Konflikten, weil man den „roten Faden“ durch viele Leben findet. Festgefahrene Beziehungen bekommen neue Chancen der Öffnung und Versöhnung unter Einfluss der kosmischen Liebe. Im Karmaverständnis spürt man die Lernmodule und Ziele des jetzigen Lebens auf und eine meditative Progression ermöglicht auch Einblicke in künftiges Karma.
Zurückwandlung
In einem Vortrag vom 15.6.1924 (GA 239) beschreibt Rudolf Steiner beispielhaft eine Tatsache der Karmaerkenntnis, die für Sæther bedeutsam ist: „Wenn frühere Erdenleben für mich durch höhere Erkenntnis aufgehen, dann schaue ich in ihre geistige Gestalt hinein. Ich empfinde mich dann nicht so, als ob ich im Jetzt bin, sondern ich erlebe mich quasi erneut im Ablauf der früheren Leben. Steiner betont, dass man nicht außen vor ihnen bleibe, sondern sich innerhalb der eigenen Zeitlosigkeit ,zurückschaut‘“: „Es ist nicht ein abstrakt-erkenntnismäßiges Hineinschauen, es ist eine Zurückwandlung, ein Einssein, ein Identischwerden mit demjenigen, was man war. Es wird sehr lebendig das Innere, sehr bewegt und erregt, wenn man da zurückkommt in die früheren Erdenleben.“
Im Erkenntnisdrama des karmischen Erkennens können wir unsere Vorstellungen ablaufen lassen wie miteinander ringenden Kräften. Ich lasse Begriffe und Bilder dynamisch werden, sodass ich ihre Einseitigkeit überwinde. Sie müssen für die Karmaschau ‚transparent’ sein. Wenn ich ein Motiv von einer Seite charakterisiert habe, muss ich es auch von der Gegenseite deuten. Das meditative Denken gegenüber karmischen Eindrücken wird dann zu einem Organ, das einerseits ‚passiv’ die geistige Umwelt durch sich strömen lässt, und auch schmiegsame ‚Fangarme’ entwickelt, um übersinnliche Phänomene aktiv abzutasten und zu umfassen.“
Näheres: www.gamamila.de
Blick aufs Karma nach Ate Koopmans
Ate Koopmans (1931 - 4.1.2002) gehörte zu den führenden Anthroposophen in Holland, welche die geisteswissenschaftliche Forschung, vor allem auf medizinischem, pädagogischem und naturwissenschaftlichem Gebiete, betrieben und förderten. Er war zwölf Jahre Vorsitzender der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden.
In den letzten 20 Jahren seines Lebens entwickelte er eine konkrete Karmaforschung als seminaristische Arbeit in Gruppen. Leitend waren dabei die Karmaübungen Rudolf Steiners, die Grundlage wurde geschaffen durch praktische Menschenkunde.
Ate Reitse Koopmans wurde auf der Zinn-Insel Billiton (Indonesien) geboren, bald nach seiner Geburt siedelte die Familie nach Holland um.
Im Rahmen verschiedener (para-)medizinischer Ausbildungen war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent tätig.
Seit 1975 war er Vorsitzender der Anthroposophischen Gesellschaft in den Niederlanden. Vor allem in seminaristischem Kontext arbeitete er bis kurz vor seinem Tod an seinem zentralen Thema: Menschenerkenntnis und Schicksalserkenntnis miteinander zu verbinden, nachdem das Karmathema in seiner Biografie kraftvoll aufgetreten war. Es wurde das zentrale Thema der letzten 20 Jahre seines Lebens. Er nannte es „praktische Menschenkunde“, weil es ganz auf anthroposophische Menschenkunde aufgebaut war. Diese übend, wurde anhand der konkreten Biografie eines Teilnehmers seminaristisch gearbeitet. Die in dieser Weise angeschauten Phänomene und gewonnenen Einsichten machten es dann möglich, die Karmaübungen Rudolf Steiners zu praktizieren.
Es war ein neuer Blick auf das Karma, der nicht mit dem Osten, aber viel mit dem Westen zu tun hat. Es ging um das Karma als Herausforderung für die Zukunft. An vorigen Inkarnationen war er kaum interessiert, sondern vor allem daran, wie in dem großen Bogen des Lebens zwischen Tod und neuer Geburt die Umstände der nächsten Inkarnation vorbereitet werden. Auf den übersinnlichen Menschen in dieser „zweiten Biografie“, wie er sie gerne nannte, war der Blick gerichtet. Der auf der Erde lebende Mensch wurde das Erscheinungsbild für die Intentionen des ewigen Wesens, das dahinter wirksam war.
Schüler von ihm haben nach seinem Tod das Buch „Blick aufs Karma - Schicksalselemente im Lebenslauf“ heraus gebracht, das auf Grundlage der praktischen anthroposophischen Menschenkunde eine Methode der Karmapraxis und -forschung darstellt (Wormer et al. 2004). Sie setzt dabei an den äußerlich vorliegenden Fakten eines Menschenlebens an bzw. an dem, was wir - in einer Gruppe - von einem Menschen in Erfahrung bringen können, indem wir ihn sehen, hören, miterleben und befragen. Dies geschieht durch sorgfältige Beobachtung, behutsames Befragen, Streben nach Objektivität und ein tiefes Interesse am anderen. Die Teilnehmer an dieser Arbeit bilden dabei eine Pilotgruppe, um sich die Arbeitsform anzueignen - dieses gemeinschaftliche Vorgehen soll eine gewisse Objektivität der Annäherung auf das Karma bringen.
Wichtige Grundlagen dieser Arbeit sind Meditation, Rückschau und die praktischen Karmaübungen nach Rudolf Steiner (Koopmans, 2008 u. Steiner, 2010)
Rückführungstherapie nach Marianne Carolus
Dr. med. Marianne Carolus, geboren in den Niederlanden, nach Studium der Medizin mit Schwerpunkt Andragologie, Tätigkeit in der Psychiatrie und als Schulärztin in Waldorfschulen. Ausbildung zur Reinkarnationstherapeutin bei Hans ten Dam. Forschungsarbeit und Ausbildung zur Reinkarnationstherapie.
Das von ihr begründete Ausbildungsprogramm nennt sich evadio - Evadio ist eine von der Europäischen Vereinigung für Reinkarnationstherapie anerkannte Schule ("European Association for Regression Therapy", EARTh - www.EARTh-association.org ) und wird seit 2011 von Barbara Scheibel und Ulrike Lohmiller weiter geführt.
Das Ziel der Ausbildung ist es, selbstständig und verantwortlich Reïnkarnationstherapie ausüben zu können, sowie Probleme, Beschwerden und Fragen bis zu den Wurzeln begleiten (die sowohl in vorigen Leben wie auch zwischen den Leben oder unbewusst in jetzigen Leben liegen können) und diese dann verarbeiten und die Heilung im Hier und Jetzt zu integrieren.
Grundlegend ist dabei das Lernen in der Gruppe, wobei durch Gruppenübungen, Gruppengespräche und Demonstrationen die verschiedene Techniken angelernt und mit Theorien integriert werden.
Themenbereiche:
Rückführungstechniken und Trauma-verarbeitung, Chronische Traumatisierung und das Sterben im vorigen Leben begleiten, dissoziative Techniken, Anhaftungen, das innere Kind, Konzeption, Embryonalzeit, Geburt und Integration, Familie und Karma, Verlorene Seelenteile zurückholen und 'Heimkommen', Urtrauma, Integration und Spirituelle Sitzung.
Zusätzlich gibt es Seminare mit Gastdozenten: Ans van Leeuwen: Malen und Astrologie in der RT und Hans ten Dam: Remote session, Core Issue und spez. Themen nach Wunsch.
Näheres: www.evadio.net
Rückführungstherapie nach Christoph und Chanda von Keyserlingk
Seit vielen Jahren sind Christoph und Chanda von Keyserlingk als Reinkarnationstherapeuten in der Einzelarbeit und als Gruppenleiter für Familienstellen tätig. Anspruchsvolle Therapieformen wie diese werden erst durch fähige Therapeuten lebendig. Dabei kommt es weniger auf Vorbildung und Kopfwissen an. Viel wichtiger sind ein großes Herz, ein klarer Geist und die Bereitschaft, den Klienten offen anzunehmen.
Jemand, der „nur“ Techniken am Klienten ausübt, führt den Klienten selten zum Wachstum und damit zur eigenen Heilwerdung.
Die Reinkarnationstherapie befasst sich mit der Aufarbeitung von Traumen aus Kindheit, Geburt, Schwangerschaft, Zeugung und vor allem aus früheren Leben.
2005 haben beide das Ausbildungsinstitut für Regressions- und Reinkarnationstherapie (AIR) in Dresden gegründet. Sie verstehen diese Ausbildung mehr als Entwicklungsprozess zum Therapeuten.
Die während der Ausbildung stattfindenden Meditationen helfen den Teilnehmern sich auf die inneren Prozesse leichter einzulassen und sich selbst zu finden. Es schafft Vertrauen in das eigene Leben und stärkt während der Therapie. Viele Meditationen sind sehr einfach und gehören in jede 'Hausapotheke'.
Die Ausbildung ist besonders praxisorientiert. Schon nach sehr kurzer Zeit üben die Seminaristen untereinander als Therapeuten und Klienten. Sie lernen lebensnah und praktisch durch Ausprobieren. Christoph & Chanda von Keyserlingk geben an Ihren Beispielen die nötige Theorie dazu. Die Methoden werden in klarer, verständlicher Form dargestellt, so können Sie bald erfolgreich und sicher durch individuelle Prozesse begleiten.
Außer dem Ehepaar von Keyserlingks unterstützt ein Team von langjährigen Therapeuten Ihre Arbeit.
Schwerpunkte der Ausbildung Reinkarnation:
Jeder Ausbildungsblock besteht aus theoretischem Unterricht, Übungen und Demonstrationen von Rückführungen. Die Teilnehmer werden bei ihrer Rückführungsarbeit supervidiert.
Zwischen den Ausbildungsblöcken üben die Teilnehmer selbständig und protokollieren ihre Übungssitzungen. Diese werden in zwei Einzelgesprächen pro Ausbildungsjahr ausgewertet bzw. durch-geschaut:
die Theorie und Technik des Rückführens, Sprache und Sprachtechniken, Körperwahrnehmung und Körperarbeit - Visualisieren, Meditation, Schulung der Spiritualität - Interaktion zwischen Therapeut und Klient - Praxis, Übungen und Eigentherapie - Traumdeutung - Schulung der Intuition.
Weitere Themen sind: Vorgeburt und Geburt - Gewalt, Trennungen und Missbrauch in der Kindheit - Vorleben, Sterben und Tod - Die Verbindung von unerlösten Vorleben und die Zeugung - Krankheit, Sucht und Probleme durch Verhaltens- und Glaubensstrukturen.
Zusätzlich gibt es Seminare mit Gastdozenten wie Hans ten Dam für Ärzte, Psychologen und alle, die beruflich mit der Heilung und Behandlung von Menschen zu tun haben und sich für tiefergehende und weiterführende Methoden interessieren (2009 und 2010): Inneres Kind in der Reinkarnationstherapie (2011) und Schwangerschaft und Geburt (2012).
Näheres: www.air-dresden.de
Biografiearbeit auf karmischer Grundlage (Silke Ewald et al.)
Silke Ewald, geb. 1954, Hochzeit, drei Kinder und Filialleiterin einer Frankfurter Privatbank; Scheidung und erneute Hochzeit. Sie widmet sich seit 1985 dem Studium der Anthroposophie und begann 1990 mit der Ausbildung zur Biographiebegleiterin auf anthroposophischer Grundlage bei Gudrun Burkhard und Coenraad van Houten. Seit 1997 ist sie in der Erwachsenenbildung als Biographiebegleiterin selbstständig tätig, ergänzt durch Ausbildungen in systemischer Familientherapie, seit 2009 auch als Reinkarnationstherapeutin - nach einer dreijährigen Ausbildung bei Marianne Carolus - in Niederursel (Frankfurt). Sie ist Mitglied der Berufsvereinigung "Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie" und Mitglied bei "European Association for Regression Therapy", EARTh.
S. Ewald: „Bei einer Rückführung gehen wir immer von Ihrem heutigen Problem aus. Wir erkunden im Vorgespräch, wie es auftritt und welche Gefühle, körperlichen Empfindungen, Gedanken, Worte oder Bilder es auslöst, denn diese spiegeln das frühere Erleben wieder - unser Unterbewusstsein ist immer noch an dieses alte Erleben gebunden. Wir nutzen diese Hinweise, um die frühere Situation aufzusuchen, uns bewusst zu machen, wie sie damals entstanden ist und was wir damals erlebten. Wir erleben das Ende des damaligen Lebens und die Wiederbegegnung mit uns verbundenen Menschen. Wir arbeiten auf der mentalen Ebene an dem, was sich uns z.B. damals eingeprägt hat oder was wir uns geschworen hatten. An der emotionalen Ebene z.B. im nachtodlichen Begegnen und Versöhnen - und auf der somatischen Ebene durch Energiearbeit. Dann kann dieses alte Leben erst wirklich in Frieden abgeschlossen werden - die guten Erfahrungen aus diesem Leben und dem Nacherleben können integriert werden und sich weiter frei entfalten.“
Näheres: www.Biographie-arbeit.de
Künstlerische Therapie und Karmaarbeit (Inge Denzinger - Manfred Fahrentrapp)
Beide Künstler aus Deutschland lernten zunächst das Schicksalslernen bei Coen van Houten und entwickelten daraus ihre eigene Karmamarbeit, insbesondere durch künstlerisches Arbeiten mit den Menschen.
Näheres:
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und
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Biografische Erlebnisse und Karmaerkenntnis nach Carla van Dijk
Carla van Dijk wurde am 9.7.1946 in den Niederlanden geboren, sie ist Waldorflehrerin und Dozentin für Sozialkunst und Erwachsenenbildung.
Sie stellt die Bedeutung der allgemeinen Menschenkunde in den Vordergrund und arbeitet über den ,Blick aufs Karma‘, der sich aus der Einbeziehung der Idee des dreigeteilten Menschen ergibt, wie Steiner sie 1917 herausarbeitete und 1924 in der sogenannten Mond-Sonne-Saturn-Karmaübung (Vortrag vom 4. Mai 1924 in Dornach) umsetzte. Sie lernte die Karmapraxis bei Coen van Houten und Ate Koopmans kennen, will aber keiner Organisation angehören und ihren eigenen Ansatz finden. Sie bevorzugt die Gruppenarbeit und sieht die Bedeutung der Karmapraxis als eine pädagogische Praxis, in der sie auch gemalte Bilder der Teilnehmenden in die Schicksalspflege berücksichtigt.
Dabei geht es ihr auch um die Entwicklung moralischer Fähigkeiten in der Begegnung und im Umgang mit Menschen.
Näheres:
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Institut für Karma und Reinkarnation (inkare) und Stiftungsfonds für Karmakultur von Immo Lünzer
Immo Lünzer, geb. 2.3.1954 engagierte sich nach seinem Agrarstudium (1974 - 1979) insbesondere für eine ökologische und ganzheitliche Agrar- und Ernährungskultur. Seit 2005 studierte er die verschiedenen Methoden moderner Karmaarbeit und erforscht zeitgemäßes Schicksalslernen und Reinkarnationstherapie, 2006 gründete er inkare (institut für karma und reinkarnation) und arbeitet als Karmacoach, Publizist und Vernetzer in Roßdorf (in der Nähe von Darmstadt).
inkare-Ziele:
i-nformieren über die Bedeutung von Wiedergeburt & Schicksal
n-etzwerke bilden für den Erkenntnis- und Erfahrungsaustausch
k-armakultur und -arbeit praktisch & zeitgemäß vertiefen
a-rchivieren des Wissens, damit es für interessierte zur verfügung steht
r-einkarnationstherapie evaluieren & anwenden
e-ntwicklung einer modernen Forschung und Wissenschaft auf natur- & geisteswissenschaftlicher Grundlage
2009 hat Lünzer den Stiftungsfonds Karma-kultur aufgelegt, der Zweck ist es, aus dem Hintergrund von Reinkarnation und Karma, Projekte zu initiieren und zu fördern, die für Menschen Orientierung bieten und für das soziale und spirituelle Leben sowie für die individuelle Schicksalsentwicklung fruchtbar werden können.
Außerdem werden Projekte initiiert und gefördert, die für Menschen Orientierung bieten und für das soziale und spirituelle Leben fruchtbar werden können.
Kontoinhaber: Dachstiftung für individuelles Schenken (unselb. Stiftung der GLS Treuhand e. V., Konto-Nr.: 103 700 800, BLZ 430 609 67 bei der GLS Gemeinschaftsbank, Bochum,
Verwendungszweck: „Stiftungsfonds Karma-Kultur“ od. „Zustiftung Karma-Kultur“
Lünzer (2008) ist fest davon überzeugt, dass jeder Mensch im Wesentlichen selbst für sein Schicksal verantwortlich ist und es weitgehend auch selbst gestalten kann. In den vorigen Inkarnationen wurde das Karma für das jetzige Leben selbst vorbereitet. Durch relativ einfache Karmaarbeit kann man heute dieser Entwicklung immer näher kommen. Und so ergibt sich, dass die Menschen mehr nachhaltig und ökologisch orientiert wären, wenn ihnen bewusst wird, dass sie schon mehrmals auf der Erde waren und noch einige Inkarnationen zur Weiterentwicklung vor sich haben. So kann man dem Sinn des Lebens immer näher kommen und diesen zunehmend selbst bestimmen.
Berufsvereinigung Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie e.V.
Außerdem gibt es die Berufsvereinigung Biografiearbeit auf Grundlage der Anthroposophie e.V.,die 2006 in Berlin begründet wurde.
Die Berufsvereinigung Biografiearbeit ist noch relativ jung und offen. Grundgedanke der Berufsvereinigung ist es, den in der Biografiearbeit Tätigen (in Deutschland) die Möglichkeit zu geben, sich zusammenzuschließen und ein gesprächsoffenes Forum innerhalb der anthroposophisch orientierten Biografiearbeit sowie einen beruflichen Schutzraum und eine Interessenvertretung zu bilden.
Die Zielsetzungen der Berufsvereinigung sind:
- Gemeinsame Erarbeitung eines Berufsbildes zur Biografiearbeit
- Qualitätssicherung
- Ethikfragen
- Fortbildung und Weiterbildung regionale und deutschlandweite Tagungen für Biografiearbeiter
- Erstellung einer deutschlandweiten Adressdatei von Biografieberatern
- Eigenen Homepage
Im Mittelpunkt der Biografiearbeit steht der ”werdende“, sich entwickelnde Mensch. Entwicklung, auch im Menschenleben, bedeutet immer wieder Infragestellung, Umschmelzung oder Auflösung von Altem zu Gunsten von Neuem. Das ist besonders an Wendepunkten des Lebens oft von existentiellen Krisen begleitet, aus denen der Mensch aber, wenn er sich ihnen in rechter Weise stellt, wie aus Krankheiten gestärkt und zukunftskräftig hervorgehen kann.
Biografiearbeit auf der Grundlage des Menschenbildes Rudolf Steiners kann diesen Entwicklungsweg des Menschen bewusstmachend und unterstützend begleiten. Im Betrachten des Lebenslaufes wird das Bewusstsein geweckt für die objektiv wirksamen Gesetzmäßigkeiten und der Blick geübt für die im eigenen Leben verborgenen Themen und Motive. Ziel ist, den eigenen Lebensfaden zu finden und aktiv weiter zu ”ent-wickeln“.
Wenn der Mensch über die Prägungen durch die Vergangenheit hinaus auch die keimhaft in ihm wirkende Zukunft erkennt, wird er freier, die Gegenwart schöpferisch zu gestalten. Arbeit an der eigenen Biografie, welche die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft einschließt, kann zu einem tieferen Verständnis des eigenen Schicksals führen.
Näheres: www.Biographiearbeit.de (mit Adressenliste und Kurzporträts der Mitglieder etc.)
Internationales Forum für Biographiearbeit als Beruf auf Grundlage der Anthroposophie
Bei der weltweiten Biographie-Konferenz 2003 am Goetheanum in Dornach/Schweiz wurde der Grundstein gelegt für das “Internationale Forum für Biographiearbeit als Beruf auf Grundlage der Anthroposophie”. Das Forum versteht sich als Plattform für die Vernetzung der weltweit tätigen Biographieberater und Aus- und Fortbildungsstätten und der inzwischen entstandenen Berufsverbände.
Dieses Forum sieht sich als internationale Kontaktstelle für alle an der Biographiearbeit interessierten Menschen, die sich über Adressen praktizierender Biographieberater, Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten und aktuelle Entwicklungen in der weltweiten Biographiearbeit informieren möchten.
Näheres: http://www.biographie-arbeit.org
Regressions-, Rückführungs- und Reinkarnationstherapie (Seelenreise)
Das Beste, was Du für einen Menschen tun kannst, ist nicht etwa, Deinen Reichtum mit ihm zu teilen, sondern ihm seinen eigenen zu zeigen!
(Benjamin Disraeli)
Die Regressions-, Reinkarnations- oder Rückführungstherapie ist eine Reise der Seele in die Vergangenheit. Sie ist eine ergänzende Methode um psychische Ursachen von physischen – oft chronisch verlaufenden – Krankheitsbildern zu erkennen und an der Wurzel aufzulösen. Sie arbeitet mit Bildern, weil dadurch ein direkter Zugang zum seelischen Wissen hergestellt werden kann.
Die meisten Menschen wünschen sich ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben. Aber es tauchen immer wieder Probleme und Schwierigkeiten auf - und die haben immer einen Ursprung (aus dem Mutterleib, der Geburt, der Kindheit, Schule etc.). In der Rückführungstherapie arbeiten wir uns gemeinsam zu diesem Ursprung vor und verwandeln das - nach dem Motto "Verarbeiten was war, um zu lösen was ist."
Die 'Regression' wird teilweise nur als Rückführung in die Vergangenheit bis zur Kindheit (oder einer Unfallsituation) innerhalb des jetzigen Lebens verstanden, während die 'Reinkarnations- oder Rückführungstherapie' zudem auch in vergangene Leben zurückführt.
Man unterscheidet dabei Methoden mit und ohne Hypnose. Bei der Arbeit ohne Hypnose ist der Klient voll bewusst anwesend - auch wenn die Antworten teilweise aus dem Unterbewusstsein kommen - er registriert, was passiert, während ihn seine Seele per Bilderwelten führt. Und er hat jederzeit die Möglichkeit, ins „Hier und Jetzt“ zurückzukehren. Die Sprache der Seele ist das lebendige, innere Bild, vor dem ich nicht lediglich betrachtend stehe, sondern welches ich wie von innen mit allen damit verbundenen Gefühlen intensiv erlebe - beim Entstehen der Bilder sollte das Denken allerdings besser ausgeschaltet sein.
Die meisten Klienten fühlen sich dabei am sichersten, wenn der gesamte Körper von einer Unterlage getragen wird, also im Liegen, aber es ist auch im Sitzen möglich. Auch eine Pause (z. B. für die Toilette) oder Bewegungen im Raum sind grundsätzlich möglich.
In den Sitzungen wird gemeinsam an den Fragestellungen des Klienten gearbeitet und der Therapeut ist nicht derjenige, der die Antworten weiss, sondern nur derjenige, der den Prozess durch Fragen begleitet, die Antworten kommen vom Ratsuchenden.
Man sollte dabei natürlich keine Wunder erwarten, aber die Praxis zeigt, dass sehr oft hilfreiche Antworten und Konzepte entwickelt werden können. Bei der begleitenden Behandlung von psychischen Störungen, wie Suchtverhalten, Phobien, dissoziative Störungen, Zwangsneurosen, Identitätsstörungen haben Ärzte und Psychiater gute Ergebnisse erzielt. In Lebens- und spirituellen Krisen und auch bei Blockaden, sowie bei Beziehungs- und Bindungsproblemen kann eine Reinkarnationstherapie Verbesserungen im Leben der Klienten erzielen. Es geht nicht darum, zu klären wer man in vorigen Leben war, sondern darum Probleme zu lösen, indem man die eigene Vergangenheit verarbeitet, um einen individuellen Lösungsweg einschlagen zu können. Wichtig ist es, sich selbst tiefer erkennen und um sich selbst weiterentwickeln zu können. Aber man kann natürlich auch eine sog. 'Touristenrückführung' machen, bei der man nur mal schaut, wie eine vorige Inkarnation so war.
Die Rückführungsarbeit sieht in den Hindernissen in unserem Leben jedoch nicht nur den Tatbestand der Blockade, sondern sie sieht in der Blockade selbst den Wegweiser zu dem wahren Ursprung des Problems und damit zu dessen Lösungsmöglichkeiten. Die Lösung des Problems aktiviert seelische und körperliche Selbstheilungskräfte. Festgefahrenes kommt in Fluss und kann gesunden. Blockaden machen sich auf verschiedenen Ebenen in uns bemerkbar: auf der mentalen, emotionalen und körperlichen Ebene. (TenDam, 2010) Die Arbeit daran führt zu einem Verstehen der Zusammenhänge von Früher und Jetzt. Das Alte wird erlebt, verstanden und kann dann losgelassen bzw. neu verwandelt werden. Dann wirkt es i. d. R. nicht mehr als Störfaktor in unser Leben hinein.
Übrigens: Damit ein solcher Selbstheilungsprozess in mir in Gang kommen kann, muss man kein überzeugter Anhänger des Reinkarnationsgedankens sein: Man kann das erlebte Geschehen als Botschaften des eigenen unbewussten Seelenanteils auffassen, und auch hier – umso erstaunlicher – die erlösende Wirkung erleben! Aber eigentlich gehört ein gewisses Empfinden für Reinkarnation und Karma zur Rückführungstherapie.
Reinkarnationserfahrungen sind auch unter Hypnose möglich, wobei es gar nicht so einfach ist, genau zu bestimmen, wann die Tiefenentspannung und das Bildererleben zur Hypnose werden. Interessant ist eine darauf beruhende Forschungsarbeit, welche - mit tiefenpsychologischer Hypnose über fast drei Jahre hinweg - die Entwicklung vieler aufeinander folgender Leben eines Menschen dokumentiert, wobei auch in einzelne Stadien zwischen den Verkörperungen erschlossen werden. Werner J. Meinhold (2006) - der sich immer wieder auch mit Anthroposophie beschäftigt hat - zeigt darin einen ganzheitlichen Weg der Karmaforschung und der Verarbeitung tiefer Erlebnisse des Schicksals.
"Der alte Seher blickte in die Zukunft: Sie war unabänderlich. Der moderne Geistesforscher blickt in die Vergangenheit: Indem er sie erkennt, schafft er sich selbst die Grundlage zur Mitgestaltung der Zukunft." (Manfred Krüger, 1988) Damit ist auch angedeutet, dass wir mit moderner Karmaarbeit der Freiheit immer näher kommen. Auch wenn die Vergangenheit zunächst mehr im Dunkeln liegt, hellt sie sich auf, wenn der Mensch sich seinen eigentlichen Aufgaben bewusst wird - dann kann er immer mehr seine Freiheit ergreifen. Der Mensch ist noch nicht ganz frei, aber am Anfang eines langen Weges zur Freiheit.
Übungen zur individuellen Karmaarbeit
"Es ist an der Zeit, kräftig in der Seele den Gedanken leben zu lassen, dass der Mensch als Bild sich offenbart, und sich bewusst zu werden, dass das Geistesseelenwesen des Menschen sich hinter diesem Bild verbirgt. Dies Bewusstsein zur Stimmung umgeformt kann zu Karmafühlen führen."
(vermutlich von Rudolf Steiner - die genaue Quelle wird noch gesucht)
Karmaübungen bauen auf Nebenübungen, Meditation, Rückschau und Biografiearbeit (-entwicklung) auf und sind für eine individuelle Selbst- und Weiterentwicklung sehr wertvoll. Diese Übungen gehören zum Strom der Rückschau, ebenso wie die Übungen im Sozialen (vgl. GA 186 - „Soziale und antisoziale Triebe im Menschen“).
Zunächst geht es darum, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass in die jetzige Inkarnation Kräfte hineinwirken, die über das Hier und Jetzt hinausgehen. Und man erwirbt eine Ahnung von Reinkarnation und Karma, die immer mehr zur Gewissheit wird. Das Ziel besteht darin, den Einfluss des Karma im Alltag fühlen und erkennen zu lernen, um sein Schicksal aktiv selber gestalten zu können - man lernt, die eigenen Fähigkeiten zu schulen und zu entwickeln. Darüber hinaus wird man zunehmend eine lebensbejahende Einstellung gewinnen und man lernt auch unangenehme Situationen zu bejahen und sie als Aufgabe zur Entwicklung zu sehen. Man kann erleben: Die Situation ist mein Coach - und ich bin ihr Schüler! Jens Corssen (2004) beschreibt das sehr anschauungsvoll und modern in seinen Seminaren, CD's und in seinem Buch 'Der Selbstentwickler'.
Letztlich geht es darum, ein Bewusstsein für die eigene karmische Verstrickung zu erlangen und selbst aktiv am Ausgleich seines Karmas zu arbeiten, bzw. die Situation selbst aktiv zu gestalten. Das bedeutet natürlich nicht, dass man Sklave seiner karmischen Verhältnisse ist: Die Freiheit, sein Leben selbst zu gestalten, bleibt, ja sie wird sogar größer. Die Freiheit des Menschen besteht im wesentlichen darin, sich eine Einsicht in karmische und situative Zusammenhänge zu verschaffen und sein Schicksal anzunehmen, statt vor ihm zu fliehen - und aktiv selbst sein Leben zu gestalten.
Steiner gab dazu folgendes Bild: Man baut sich ein Haus - gerade so, wie man es haben will. Dann zieht man in dieses Haus und sagt dann doch nicht: ,ich bin nicht mehr frei, irgendwo in ein anders zu ziehen‘ - das sagt man doch nicht. Wenn man gemäß seiner Absicht einzieht, bleibt man in diesem Haus doch frei, sein Leben so einzurichten wie man will.
Das Karma zwingt den Menschen ja nicht, sondern es verschafft ihm lediglich Gelegenheit, sich zu entwickeln, Taten früherer Leben auszugleichen und auch neues Karma für zukünftige Leben zu veranlagen. (Veltmann, 1999)
Erste Fragen
Wie kann der Mensch zu einer gewissen Anschauung von Reinkarnation und Karma kommen? Rudolf Steiner (GA 135, Vortrag vom 23. und 30.1.1912) betont, dass man dazu innerliche Dinge ausführen muss, welche keineswegs leicht sind, aber doch immerhin ausgeführt werden können. Der erste Schritt, den man da machen kann, ist, dass man die gewöhnliche Art von Selbsterkenntnis ein wenig übt; die Art, die darin bestehen kann, dass der Mensch gewissermaßen auf sein Leben - seine Biografie zurückblickt und sich u. a. folgende Fragen stellt:
Was bin ich denn bisher überhaupt für ein Mensch gewesen?
Bin ich ein Mensch gewesen mit einer starken Neigung zum Nachdenken, zu einem innerlich nachsinnenden Wesen, oder bin ich ein Mensch gewesen, der stets mehr die Sensationen der Außenwelt geliebt hat, dem dieses oder jenes im Leben gefallen oder nicht gefallen hat?
Bin ich ein Mensch gewesen, der in der Schule gern lesen, aber nicht gerne rechnen wollte, der die anderen Kinder gern geschlagen hat, aber sich nicht gern hat schlagen lassen? Oder bin ich ein Kind gewesen, das immer dazu bestimmt war, eins abzukriegen, und das nicht schlau genug gewesen ist, die anderen eins abkriegen zu lassen?
Welche Eigenschaften besitze ich, bin ich z. B. mutig oder feige, lügenhaft oder wahrheitsliebend, ruhig oder eher aufbrausend?
Wozu war ich – in intellektueller Weise oder in derjenigen Weise, die auf die Gemütsstimmungen oder auf Willensimpulse bezüglich ist – besonders veranlagt?
Was ist mir leicht, was ist mir eher schwierig gefallen?
Was hat mich so getroffen, dass ich ihm gern habe entfliehen wollen?
Was hat mich so getroffen, dass ich mir gesagt habe: Es ist mir recht, dass es so gekommen ist?
Warum trifft mich das (eine bestimmte Sache/Ereignis) immer wieder?
Was habe ich eigentlich nicht gewollt und trotzdem getan, z. B. beruflich oder privat?
Wo bin ich da von den Eltern oder anderen beeinflusst worden?
Was wollte (will) ich eigentlich? Es ist gut, sich klar zu machen, was man eigentlich hat werden wollen, was man aber gegen seinen Willen geworden ist, und welchen Dingen man hätte so recht entfliehen wollen.
Was gibt es für Umstände, die mich über viele Jahre begleiten und die mich schmerzen, weil ich nicht - so recht - mit ihnen fertig werde?
Gibt es (langanhaltende) Lebenswünsche, die ich mir aus bestimmten Gründen (bisher) nicht erfüllen konnte?
Darum handelt es sich gerade, dass man die Dinge im Leben herausbekommt, die einem in der Vergangenheit am wenigsten gefallen haben.
Und man muss nun versuchen, sich ganz einzuleben in eine höchst merkwürdige Vorstellung: Alles das, was man nun eigentlich nicht gewollt und gewünscht hat, energisch zu wollen und zu wünschen - herbeizusehnen! Und man sollte es so ansehen, dass nicht der/die andere(n) daran Schuld sind, sondern dass ich es selbst so gewollte habe,
Und so sollte man sich fragen: Was wäre ich eigentlich, wenn ich lebendig und heftig alles das gewünscht hätte, was ich eigentlich nicht gewünscht habe, was mir im Grunde genommen im Leben gegen den Strich gegangen ist? So, dass man sich in der Empfindung, in Gedanken ein Wesen schafft, von dem man die Vorstellung haben kann, dass man es im Grunde genommen bisher gar nicht gewesen ist. Und jetzt stelle man sich vor, dass man eigentlich gerade dieses Wesen mit aller Vehemenz, mit aller Intensität gewesen wäre. Dann wird einem an dem Bild, das man sich nun von seiner Eigenpersönlichkeit machen kann, etwas aufgehen, was man in der gegenwärtigen Inkarnation nicht ist, was man aber hereingebracht hat in diese Inkarnation. Sein tieferes Wesen, der innere Wesenskern wird einem aufgehen an dem Bild, das man sich auf diese Weise konstruiert.
Wenn man dieses Gegenbild geformt hat, wird es einen verfolgen und sich so „zusammenkristallisieren“, dass man sich sagen kann: Dieses Bild hat etwas mit mir zu tun, aber vielleicht nicht mit meinem jetzigen Leben. – Dann bildet sich die Empfindung aus, dass dieses Bild aus einem früheren Leben - oder aus einer Situation die ich verdrängt habe - stammt.
Mit anderen Worten: Ich stelle mir vor, dass das, was ich damals nicht gewollt habe (was mir antipathisch war) aus dem ich mich herausgerissen habe, ein solches gewesen wäre, in das ich mich mit dem stärksten Willensimpuls hineingestellt habe. Das stelle man sich vor die Seele, dass man sich sagen kann: Ich will mich probeweise der Vorstellung hingeben, dass ich das mit aller Gewalt gewollt habe, und ich will mir das Bild eines Menschen vor die Seele stellen, der so etwas mit aller Gewalt gewollt hätte.
Weitere Fragen
Wenn ich mich mit diesen ersten Fragen ein wenig beschäftigt habe, suche ich nach den drei wichtigsten Fragen/Antworten.
Oder ich stelle mir die wichtigste Frage überhaupt: Was sind meine drei wichtigsten Wünsche oder Ziele?
Und jetzt beschäftige mich intensiv mit den folgenden Fragen, um damit an die Umsetzung zu gehen:
Was könnte ich da jetzt (in diesem Moment) dafür tun?
Welche Fähigkeiten/Möglichkeiten habe ich dafür?
Welches davon will ich umsetzen? - In welchem Zeitplan?
Was kann ich heute dafür tun?
Welche nächsten Schritte kann ich heute planen?
Wer kann mir dabei helfen?
Wen werde ich bitten, mir dabei zu helfen?
Was kann ich für mich gutes tun, bzw. mir selbst gönnen, wenn ich meine drei innersten Wünsche (schrittweise) erfüllt habe?
Gudrun Burkhard (1999) beschreibt in ihren 'Schlüsselfragen zur Biographie' wesentliche Fragen für die Arbeit und Entwicklung der eigenen Biografie, indem sie jedem Jahrsiebt ein Leitbild voranstellt und den Charakter des jeweiligen Lebensabschnitts dargestellt. Ein sehr empfehlenswertes Arbeitsbuch.
Hinweis: In der Seele erfolgt nichts, wenn man eine solche Übung nur ein paar mal macht, aber sehr viel erfolgt, wenn man das in Anknüpfung an die zahlreichen Erlebnisse macht, die man finden wird, wenn man sie sucht. Wenn man diese Übung über einen längeren Zeitraum macht, entsteht in der Seele etwas wie ein eigenständiges Wesen, ein Bild einer Persönlichkeit, dass alles bejaht, was einem widerfuhr, obwohl man es nicht wollte. In einem zweiten Schritt soll man nun versuchen, sich mit diesem Wesen zu identifizieren, also das Gefühl zu entwickeln, dass man selbst dieses Wesen wäre. (Veltmann, 1997)
Besondere Ereignisse
Dann besinnen Sie sich auf ein besonders schmerzliches Ereignis in ihrer Biografie, ein ,Zufallsereignis‘ oder einfach etwas Unangenehmes, was besonders beeindruckend war, oder das einem im Miteinander mit anderen Menschen entgegen gekommen ist. Malen Sie es sich bildlich aus und erinnern Sie die erlebten Gefühle & Willensimpulse. Versuchen Sie es möglichst plastisch und bildhaft in den eigenen Vorstellungen und der eigenen Seelenstimmung. Gut ist es auch, wenn man über diese Dinge auch eine Nacht ,darüber schlafen‘ kann.
Was tragen wir für einen Inhalt in unserem Seelenleben mit uns herum?
- unsere Vorstellungen
- unsere Gefühlserlebnisse (z. B. Sympathie/Antipathie und Liebe/Hass)
- unsere Willensimpulse (Willenserleben), der sich in der Seele ausdrückt: Du sollst dies tun – du sollst jenes nicht tun; das sollte man vom bloßen Gefühl unterscheiden.
Unsere Vorstellungen sind gebunden an die jetzige Inkarnation, in unseren Gefühlen und Willensimpulsen haben wir jedoch etwas, was wir aus früheren Inkarnationen mitbringen.
Indem man sich im täglichen Leben eine vertiefte Beobachtungs- und Wahrnehmungsfähigkeit aneignet, kann man zumindest anfänglich Aufschluss über karmische Grundtendenzen erhalten. Dabei geht es darum, möglichst genau die eigenen Gefühle, Empfindungen, Reaktionen und Verhaltensmuster zu beobachten – ohne sie gleich zu bewerten.
Außerdem ist es sehr bedeutungsvoll, genau zu beobachten, in welcher Weise eine Antwort übermittelt wird, denn diese kann auch unvermittelt am Tag auftreten. Z. B. als eine plötzlich aufblitzende Erkenntnis, ein inneres – vielleicht flüchtiges – Bild, ein scheinbar zufällig hingesagter Gedanke eines anderen Menschen oder ein Buch im Regal, das einen schlagartig „anzieht“? Oder ein kleines Wunder, das einem immer mal wieder widerfährt! Auf jede ernsthaft gestellte Frage wird uns zur rechten Zeit die Antwort zuteil. (Feuerstack, 2006).
Lernen vom Schicksal
„Wenn Du täglich achtsam zurück blickst und vorausschaust, veränderst du vielleicht nicht die Welt, aber du veränderst dich selbst.“ Matthias Stöbener
Coenraad van Houten (2003) hat diese Übungen - zusammen mit einigen Kollegen - weiter entwickelt und nennt sie ,Lernen vom Schicksal'. Die Arbeit findet in Einzelgesprächen oder in kleinen Gruppen (drei bis vier Teilnehmer) statt; wertvoll ist es, wenn dieser Prozess durch künstlerische Elemente ergänzt wird. Dadurch werden konkrete Wege entwickelt, um Antworten zur individuellen Lebensfrage selbst zu erarbeiten und ein Verständnis der schicksalshaften Zusammenhänge zu eröffnen. Scheinbar unveränderbare Gewohn- und Eigenheiten können auf die karmischen Ursachen hin angeschaut und verwandelt werden. Das individuelle Lebensziel kann neu und frei ergriffen bzw. verwandelt (geordnet) werden. (C. van Houten, 1999)
Beim sog. ,Lernen vom Schicksal 1‘ geht es darum - von einem heutigen Ereignis ausgehend - zu einer möglichen Ursache im früheren Leben vorzudringen und daran zu arbeiten. Mit der Annahme, dass dieses Leben in einer Reihe von mehreren Leben steht, eröffnet sich eine neue Sicht auf den Sinn heutiger Ereignisse.
Beim 'Lernen vom Schicksal 2' geht es darum, den (karmischen) Doppelgänger zu verwandeln. Dieses ,Etwas‘, was in mir gewohnheitsmäßig immer wieder gleich handelt, lässt mich auf eine Ursache in einem früheren Leben schauen. Es bringt mich in bestimmte heutige Lebenssituationen. Im Verwandeln dieses „Schattens“ (Doppelgängers) werden neue Entwicklungsschritte und Tatkraft für das individuelle Lebensziel frei.
Das heutige Ich wird bewusst Schritt für Schritt neu geschaffen im Sinne der karmischen Aufgabe. Man lernt dabei, gewohnheitsmäßig gebundene Lebensenergie für die eigentlichen Lebensziele frei zu setzen.
Beim ,Lernen vom Schicksal 3‘ geht es darum, Beziehungsmuster zu verwandeln: Was verwirrt dich an mir, was verwirrt uns in unserer Beziehung?
Wie bin ich mit Dir schicksalhaft verbunden?
In diesem Teil des Schicksal-Lernweges lernt man, die in Wahrnehmung und Gewohnheit auf eine bestimmte Art gebundene Lebensenergie in einer Beziehungssituation frei zu setzen und selbstbestimmt neu zu gestalten.
Scheinbar unveränderbare Gewohnheiten, die Beziehungen belasten, werden auf karmische Ursachen hin angeschaut und verwandelt. Im schicksalshaften Beziehungsfeld werden nicht nur meine Kräfte frei, sondern auch bei meinen Mitmenschen entfalten sich neue Möglichkeiten.
Ein Schritt auf dem Weg zum ‚Gral’ bzw. zu seelisch-geistig getragenen Beziehungen. Aus der individuellen Arbeit an diesen Themen können sich neue Schritte für jeden in schwierigen Beziehungen entwickeln.
Analog zu den sieben Lebensprozessen (Atmung - Erwärmung - Ernährung - Absonderung - Erhaltung - Wachstum - Reproduktion) hat van Houten die sieben Schicksalslernprozesse (in Klammern folgen die Lernprozesse) entwickelt:
1. Beobachten eines Schicksalsprozesses (Wahrnehmen, Beobachten)
2. Das Schicksalsereignis in die Biografie hinein nehmen (Sich-Verbinden, Erwärmen)
3. Die karmische Ursache finden und den Lernauftrag für dieses Leben entdecken (Verdauen, Verarbeiten)
4. Meines Schicksal bejahen und akzeptieren (Individualisieren)
5. Die Verwandlung (des Doppelgängers, der das alte Schicksal zudeckt) im täglichen Leben verwandeln üben (Erhalten, Erüben)
6. Wachsen des Schicksalssinnes und Beziehungen im Schicksalsnetzwerk verwandeln (wachsende und pflegende Fähigkeiten)
7. Kreativ ordnender Umgang mit dem Schicksal (kreativ anwenden, Neues schaffen und initiativ werden)
Coenraad van Houten hat inzwischen ein internationales Netzwerk begründet, wo man Ansprechpartner finden kann, die diese Lernprozesse in kleinen Gruppen (drei bis fünf Menschen) begleiten oder im individuellen Gespräch.
Näheres: www.NALM.net
Fragen zum „Tag- und Nachtlernen“ als Einführung in die individuelle Karmaarbeit
„Es kann mich niemand daran hindern, über Nacht klüger zu werden.“
Konrad Adenauer
Das Tag- und Nachtlernen ist eine Übung, bei der man versucht, Fragestellungen, die einen bewegen, klar zu formulieren - dann ,darüber zu schlafen‘ - und am nächsten Tag bewusst darauf zu achten, wie das Verarbeitet wurde und was an neuen Impulsen aufgetaucht ist.
Sehr interessant ist es, sich einmal darauf einzulassen, zu beachten, wie verschieden die zwei Momente im menschlichen Leben ist: der es Aufwachens und der des Einschlafens. (Steiner GA 239, 5. Vortrag) Immoment des Einschlafens hat der Mensch das Gefühl, dass er die Tageserlebnisse so mitschleppt, dass sie sich immer nebuloser gestalten - bis man abtaucht. Es ist sehr interessant, zu versuchen, diesem Prozess näher zu kommen - ebenso wie dem des Aufwachens: Es ist wertvoll, wenn man aufwacht nicht gleich die Augen aufzumachen, sondern erst mal in das noch ,Finstere der Nacht‘ zu blicken, damit man noch beobachten kann, was da aus dem Schlafe heraufkommt. Diese Gedanken sind oft sehr wertvoll, aber auch sehr schnell verflogen, deshalb ist es durchaus ratsam, diese Impulse kurz darauf schriftlich zu fixieren.
Außerdem ist es gut, sich morgens einigen der nachfolgenden Fragen zu widmen und abends, um das Nachtlernen vorzubereiten. Sinnvoll ist es auch, tagsüber mehrmals innezuhalten und in Ruhe zu verweilen. So unterbricht man den Kreislauf des ständigen „Funktionierens“ und der oft gedankenlosen Betriebsamkeit.
Mit der Zeit stellt man fest, wie wertvoll es ist, das Lernen am Tag für sich so auszuwerten, dass es zur Nahrung und Unterstützung des Nachtlernens wird. Durch das Lernen am Tag schaffen wir die Vorbedingungen für das Nachtlernen – das dann von den geistigen Wesen unterstützt wird – indem wir das „Arbeitsmaterial“ für die Nacht liefern.
Die nachfolgenden Fragen sind als Anregung gedacht, man suche sich eine oder wenige davon aus und beschäftige sich damit über mehrere Tage oder Wochen:
Bewusster Start in den Tag
Was hat die Nacht hinzugefügt?
– Verbindung mit dem vorhergehenden Tag herstellen.
Wie bin ich aufgewacht? Wann? (Wann ins Bett?)
Was habe ich dabei erlebt?
Wie geschlafen?
Was fällt mir ein?
Welche Ideen und Impulse kommen aus der Nacht?
Was kommt da zurück vom Vortag?
Antworten auf Fragen in der Geistesforschung?
An welche Träume kann ich mich noch erinnern (sollte man aber nicht überbewerten, zumal die Interpretation oft nicht so einfach ist)?
Rückschau
In der Rückschau auf den Tag (oder einen vergangenen Lebensabschnitt) wird dem Übenden der Schicksalsstrom bewusster, in dem man sich sonst eher dumpf bewegt. Man durchlichtet ihn und stärkt seinen Willen.
Es ist von Vorteil, wenn die Rückschau bildhaft rückwärts vollzogen wird. Das eigene Verhalten soll so betrachtet werden, dass aus dem Erlebten für die Zukunft gelernt wird; dabei soll keine Reue empfunden werden, weil diese immer egoistisch ist. Man soll zum Beobachter seiner selbst werden, um vom Leben zu lernen und sich für eine ähnliche Situation im der Zukunft innerlich vorzubereiten. (Sam, 2010)
Was war heute wichtig oder besonders eindrucksvoll? (evtl. ein Bild davon malen.)
Was ist mein „Topthema“ des Tages (der Woche oder des Monats)?
Auswertung
Wenn man diesen Prozess vertiefen will, kann man eine Auswertung anschließen, die man am besten schriftlich notiert:
Habe ich meine Werte (Ziele) mit ideellem Inhalt erfüllt?
Was habe ich alles an Wesentlichem gehört und aufgenommen?
Was habe ich heute (Neues) gelernt?
Wie habe ich es gelernt?
Welche neue Fragen/Entschlüsse/Ideen/Möglichkeiten/
Schlussfolgerungen ergeben sich?
Was ist im Lauf des Tages an Antworten auf meine Frage gekommen?
Weitere Einfälle/Ideen/Impulse?
Welches kleine Wunder gab es heute?
Welche Gefühle habe ich – verdränge ich? (Gute Frage für viele Männer!)
Welche Gefühle wurden mir anerzogen?
Welche Begegnung war wesentlich?
Individuelle Fragen an den Doppelgänger:
Wo und wie ist er mir heute begegnet?
Konnte ich sein Wirken rechtzeitig erkennen?
Was kann ich mir diesbezüglich für morgen vornehmen?
Was habe ich heute nicht gesagt oder nicht getan, was ich hätte sagen oder tun sollen? (Ich will morgen das Richtige sagen oder tun!)
Was habe ich für meine persönliche/gesundheitliche/berufliche Weiterentwicklung getan?
Bewertung: Was war besonders wertvoll oder erfolgreich (positiv)?
Bewusstes Ende des Tages!
Welche Frage nehme ich mit in die Nacht?
Wenn ich z. B. eine Welt voller Wunder sehen kann, dann erlebe ich eine Welt voll neuer Entdeckungen. Oder blicke ich mich um und sehe dieselben Dinge, die schon seit vielen Tagen da waren? Heute entscheide ich mich, auf die Wunder in der Welt zu achten. So entdecke ich auch die Schönheit in meinem Leben neu und in dem Leben, das mich umgibt. Ich entscheide mich, mich auf neue Wunder und auf interessante Entdeckungen zu freuen. Mit dieser Sichtweise weiß ich die einfachen Dingen im Leben, die ich vielleicht schon für selbstverständlich genommen habe, wieder neu zu würdigen und das Wunderbare anzunehmen.
„Die Entdeckung des Wunderbaren im Alltäglichen bedarf der Fähigkeit,
mit den Augen des Herzens sehen zu können.“
Ernst Ferstl
Vorausschau
Zukunft mit dem Willen abtasten > Willenserweckung!
Was soll ich mir vornehmen? Was kann ich morgen für den Doppelgänger tun?
Wie soll ich es (besser) machen?
Was ist der nächste realisierbare Schritt?
Wenn man etwas (für die Zukunft) tun will, kann der Engel helfen; also denke man an den Angelos, etwa so:
„Mein schützender Geist empfange dasjenige, was meine Tat ist, als eine Wurzel und bringe Früchte daraus hervor.“ (Steiner, 28.1.1924, GA 240)
„Jede Stunde bietet mir viele Momente der Inspiration. Ich kann nicht jeder Inspiration nachgehen. Es genügt, wenn ich eine einzige Inspiration am Tag aufnehme und weiter verfolge.“ Matthias Stöbener
Bewusster Start in den Tag (s. o.)
Steiner fasste am 28.8.1915 (GA 163) zusammen:
Erinnerung = bewusst in sich schauen
Tagesbewusstsein = Bewusst in die Welt schauen
Schlaf = Unterbewusst in sich schauen
"... Das Erinnern ist, wenn wir vergleichsweise sprechen dürfen, eine noch recht schläfrige Eigenschaft des menschlichen Bewußtseins, und wenn die Erinnerungskraft weiter ausgebildet sein wird, dann wird zu dem jetzigen Erleben etwas anderes hinzukommen, nämlich das Erleben, das innerliche Erleben früherer Inkarnationen. Das Erleben früherer Inkarnationen beruht auf einer Erhöhung des Erinnerungsvermögens, denn das muß unter allen Umständen ein Wiedererkennen sein. Es muß dieses Wiedererkennen unter allen Umständen den Weg durch das Innere durchmachen. Die Erinnerung ist eine Seelenkraft, die erst im Anfang ist."
Weitere Fragen zur Selbsterfahrung und Schicksalserkenntnis (nach Glöckler 1999), die man sich allein oder gemeinsam mit einem Kind / Partner stellen kann:
Was waren heute die „gelungensten“ Momente?
Wo habe ich mich / wir uns am besten gefühlt?
Hatten wir genügend Gelegenheit für Begegnungen und Gespräche?
Was waren die schwierigsten Augenblicke – wo hat der Doppelgänger (Schatten) besonders gewirkt?
Habe ich / haben wir aus den gelungensten Momenten genügend Dankbarkeit gezogen, genügend Kraft, genügend Freude, oder habe ich sie verschlafen?
Habe ich mich / haben wir uns von den schwierigen Situationen genügend wach machen lassen und wirklich etwas daraus gelernt?
- Den Blick weiten, nicht nur rückwärts in die Vergangenheit, sondern auch nach vorne in die Zukunft: Was gewinne ich für die Zukunft, wenn ich diese oder jene Erfahrung positiv bewältige?
Welchen Erfahrungen in der Vergangenheit verdanke ich dieser Fähigkeit? (Kann z.B. die Fähigkeit, sich zu konzentrieren, gerade daher rühren, dass man einmal in einem früheren Leben eine besonders schwere Krankheit oder Schicksalsschlag durchgemacht hat?)
Was wird aus mir, wenn ich ein Leiden oder eine Krankheit als Schule für bestimmte Fähigkeiten in der Zukunft ansehe? – Welche Form von Fehlverhalten oder Versagen kann evtl. dazu geführt haben?
Lebensrückschau
Einige Fragen zur Lebensrückschau, insbesondere zu den inmateriellen Werten, die wir hinterlassen - die man sich auch täglich fragen kann:
Habe ich Liebe verbreiten und damit die Liebe in den Menschen stärken können?
Wie bleibe ich den Menschen in Erinnerung und habe ich ihnen zu Lebzeiten etwas mitgeben können, was sie ihr Leben lang nutzen können?
Konnte ich meine Mitmenschen fördern und inspirieren - wie bin ich mit ihnen umgegangen?
Konnte ich Menschen verhelfen, in ihre Kraft und Kreativität zu kommen?
Habe ich eine Idee umgesetzt, von der auch noch nachfolgende Generationen profitieren können - oder entsprechende Impulse verbreitet?
Die entscheidende Frage: Was will ich wirklich?
Nutze die Zeit, um auch darüber nachzudenken, was/wie Du eigentlich leben willst und damit hinterlassen möchtest.
Wenn es um diese Frage geht ist es gut, ehrlich zu sein. Radikal ehrlich mit dir selbst.
Willst du es wirklich oder genießt du es nur, davon zu träumen?
Was wolltest Du schon lange einmal tun - aber irgendetwas hat Dich immer wieder daran gehindert - was hat Dich blockiert?
Schreibe es spontan (intuitiv) auf, lasse es beim Schreiben einfach fließen - das tut gut.
Meditiere darüber.
Welche Gefühle verbindest Du damit?
Wo liegen eigentlich meine Stärken/Fähigkeiten?
Dann mache einen Plan, was, wann und wie Du das umsetzen kannst. Wer könnte Dich dabei unterstützen? Welche Opfer musst Du bringen?
Male Dir auch das Folgende aus: Wie sieht mein Leben aus, wenn ich es geschafft habe?
Und überlege Dir, womit Du Dich belohnen kannst, wenn Du Deinen Plan umgesetzt hast.
Gib 8: Gebe auf keinen Fall auf. Bleibe einfach dran!
Weitere Anregungen dazu finden sich u. a. in dem praktischen Arbeitsbuch 'Wie stärke ich meine Chakras' von Brenda Davies (2007), denn die Chakren sind die 'Tore zur Seele'; 'Der Selbstentwickler' von Jens Corssen (2004) und 'Spirituell & erfolgreich' von Hubert Kölsch (2011).
Der Moment des Aufwachens in Bezug auf die Kräfte von Erde und Kosmos
Rudolf Steiner beschreibt in seinem Vortrag „Das innere Erleben der Nahrungs- und Genussmittel“ (21.3.1913 - GA 145/1981), wie der Mensch durch seine Ernährung gegen das sündigen kann, was ihm durch die reinen Kräfte des Kosmos widerspiegelt und wie er sich dessen im Moment des Aufwachens bewusst werden kann: „Der Mensch kann z. B. dadurch, dass er Störungen durch die äußere Ernährung herbeiruft, die rein irdischen Gesetze, die ja wirken innerhalb der Verdauung, die weiterwirken wie die Sonnengesetze in der Herztätigkeit und wie die kosmischen Gesetze außer dem Sonnensystem in der Gehirntätigkeit wirken – der Mensch kann gewissermaßen sehr stark sündigen durch seine Ernährung gegen die kosmischen Tätigkeiten in seinem Gehirn, und das kann erlebt werden von der anthroposophisch sich entwickelten Seele, namentlich im Momente des Aufwachens. Innerhalb des Schlafes tritt ja auch das ein, dass sich eine Verdauungstätigkeit bis in das Gehirn hinein erstreckt, hinein sprüht in das Gehirn. Beim Wachen bearbeiten die Denkkräfte das Gehirn; da tritt die Verdauungstätigkeit des Gehirns zurück. Wenn das Denken stillsteht beim Schlaf, da wirkt die Verdauungstätigkeit in das Bewusstsein hinein, und wenn der Mensch aufwacht und einen Nachklang davon verspürt, dann kann das Erleben sehr leicht ein richtiges Barometer sein gerade bei der sich entwickelnden Seele für das Gesunde oder Ungesunde der Ernährung. … Und der Moment des Aufwachens ist von einer ungeheuren Wichtigkeit, ich meine in Bezug auf die Wahrnehmung der von der Verdauung herrührenden Gesundheitsverhältnisse der physischen Hülle. In immer feiner und feiner werdenden Empfindungen, die sich lokalisieren innerhalb des Kopfes, nimmt der Mensch wahr, ob er sich oppositionell benimmt in seiner Verdauung gegen die kosmischen Gesetze außerhalb unseres Sonnensystems oder ob er mit ihnen im Einklang steht.“
„Je mehr Unerledigtes ich heute vollende, desto weniger hält mich die Vergangenheit fest und desto gegenwärtiger kann ich im Heute leben.“ Matthias Stöbener
Doppelgänger – der Mensch und sein Schatten - inneres Kind
„Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.“
(Aristoteles)
Viele Konflikte und Missverständnisse im sozialen Bereich beruhen auf der unbewussten Wirkung unseres Schattens (der in der Anthroposophie Doppelgänger genannt wird) und die schärfsten Auseinandersetzungen sind oftmals wahre Doppelgängergefechte.
Der Doppelgänger verkörpert unsere Schattenseiten, die uns in Form von unbeherrschten Reaktionen, verdrängten negativen Emotionen und falschen Bewertungen in Erscheinung treten.
Diese sind so tief in unserem Unterbewusstsein verankert, dass uns selbst die bewusste Einsicht in unsere Schwächen kaum weiter hilft. Aber durch intensive Karmaarbeit können wir uns diesen Prozessen bewusst werden und die verschiedenen Aspekte des Doppelgängers verwandeln. (Feuerstack, 2006)
Der Doppelgänger ist nicht die Summe der Charakterschwächen, sondern er ist ein eigenes Wesen, das sich aus dem Rahmen der Persönlichkeit gelöst hat und sogar einen eigenen Willen entwickelt; er ist Teil der eigenen Persönlichkeit, auch wenn er uns fremd geworden ist. (Schneider 2002) Diese Schattenseite ist nicht nur unserem Bewusstsein entglitten, sondern sie widerspricht auch dem Bild unserer selbst, das wir im Leben realisieren wollen. Aber dieser Schatten ist doch ein Teil unseres Wesens. Das Doppelgänger-Wesen schaffe ich aber nicht dadurch, dass ich z. B. eitel bin, sondern dadurch, dass ich diese Schwäche nicht anerkenne – dass ich ihr erlaube, ein Eigen-Wesen zu bilden.
Nach Steiner (Lievegoed 1986, Oehms 1999 und Keller 1977) lassen sich folgende Doppelgängeraspekte unterscheiden:
1. Unsere erblich bedingten Veranlagungen, wie sie sich in Gestalt, Temperament und Charakter äußern entstehen aus altem Karma. Diese schlüpfen kurz vor der Geburt in den Menschen hinein. (Die Individualität strebt nach neuem Karma, sie will nicht bloß ihre alten Errungenschaften weiter tragen, sondern etwas Neues hinzufügen.)
2.Unsere Erziehung, der Einfluss durch Kulturinhalte und kulturbedingte Verhaltensweisen (der „Persona“ C. G. Jungs vergleichbar). Dieser „kulturelle“ Doppelgänger entsteht aus unausgefüllten Teilen des menschlichen Ätherleibes, die vor allem von ahrimanischen Wesen besetzt werden, die auch unser materialistisches Denken vorantreiben. Im Ätherleib sind Gewohnheiten und Triebe verankert, die nur auf dem indirekten Weg (über den Astralleib) verändert werden können – und das benötigt sehr viel Zeit.
3. Der karmische Doppelgänger (auch karmisches Wesen genannt) ist ein Geschöpf unserer eigenen vergangenen Taten und Untaten, das sich aus unverarbeiteten Resten früherer Leben zusammensetzt, die gewissermaßen als „Störsender“ im jetzigen Leben weiterwirken. Dadurch wird Zwietracht, Streit und Hass unter den Menschen verursacht, in der Lebensgemeinschaft und überall da, wo Menschen zusammenarbeiten. Und wir erfahren ein störendes, Ärger hervorrufendes Etwas, was sich immer wieder zwischen mich und die anderen schiebt (obwohl ich das eigentlich gar nicht will); die anderen sehen aber eher diesen Doppelgänger als mich selbst und beurteilen mich entsprechend. So fühle ich mich missverstanden und leide darunter. Diese Doppelgänger (auch „Gespenster“ genannt) können nur erlöst werden, wenn ich sie durchschaue und in Liebe als Kreuz des anderen Menschen akzeptiert, das man ihm tragen hilft. Ein wichtiger Schritt ist, seine eigene Vergangenheit zu akzeptieren und dadurch zu bewirken, dass sich diese Doppelgänger (die dem Einfluss der gefallenen Engel, den Scharen Luzifers unterliegen) allmählich auflösen – und der Astralleib umgestaltet wird.
4. Unerlöste Naturwesen als Doppelgänger, diese sind in der Natur oder in den Bewegungen der Erde und Planeten hineingebannt, und wir kennen ihre Wirkungen als die Naturgesetze. Wenn wir uns diesen elementarischen Wesen nähern und sie erlösen, können sie sich in unser Karma einleben und Begegnungen herbeiführen, die karmisch ausgleichend wirken können. Mut und Enthusiasmus, sich ein spirituelles – nicht nur ökologisches – Verhältnis gegenüber der Schöpfung zu schaffen, können uns dabei helfen.
5. Geografische Kräfte, die so auf uns wirken, dass dadurch Strukturen entstehen, die als typisch für ein bestimmtes Gebiet/Erteil angesehen werden können (z. B. typisch bayrisch, mediterran, amerikanisch).
6. Auch die Tatsache, ob man als Frau oder Mann inkarniert ist, ist ein weiterer Doppelgängeraspekt (Vgl. die von C. G. Jung charakterisierte „Animus-anima-Problematik“.) Viele Probleme des Mann- und Frauseins könnten ganzheitlicher betrachtet werden, wenn man sich darauf besinnt, dass das Ich des Menschen in der Regel abwechselnd eine männliche und eine weibliche Inkarnation mit den entsprechenden Entwicklungsmöglichkeiten durchläuft. (Gelegentliche Ausnahmen dieser Regel gibt es, wenn bestimmte Aufgaben, die in einer speziellen Kultursituation zu erfüllen sind, vielleicht nur durch eine Frau oder einen Mann verwirklicht werden können. Doch hier folgt später eine Kompensation, durch die das persönliche Karma wieder ins Gleichgewicht gebracht wird.)
7. Der Doppelgänger als der Hüter der Schwelle, er ist mit dem Ich des Menschen verbunden.
Der kleine Hüter der Schwelle begegnet der Mensch auf dem Weg ins eigene Unterbewusste, es handelt sich um eine reale Geistgestalt, die wir selbst hervorgebracht haben. Sie ist die Zusammenfassung der negativen Aspekte unserer Vergangenheit, entstanden sowohl aus früheren Verkörperungen als auch unserer heutigen Inkarnation.
a. Der kleine Hüter offenbart sich durch Träume und Eingebungen. Er wird auch der karmische Doppelgänger genannt – ein Geschöpf unserer eigenen Taten und Untaten. Durch das Schicksalslernen können wir ihn bitten, zum Ort und Zeitpunkt der Entstehung zu gelangen.
b. Der große Hüter der Schwelle weist uns auf die Welt der Zukunft; er tritt uns als eine erhabene Gestalt entgegen und lässt uns ahnen, was der Mensch in einer fernen Zukunft sein wird – hinter ihm können wir die Geistgestalt der Christus erfahren.
Heut' zu Tage spricht man auch vom inneren Kind; Erika J. Chopich und Margaret Paul haben das Standardwerk 'Aussöhnung mit dem inneren Kind' verfasst und ein wertvolles Arbeitsbuch (2005) dazu vorgelegt. Wenn wir es schaffen, unser inneres (das traurige, lachende, verrückte und oft weise) Kind zu hören und uns mit ihm auszusöhnen, können wir es auch selbst lieben. Und wir können uns von ihm emanzipieren.
Wenn man bemerkt, dass der karmische Doppelgänger auftaucht, kann man ihn bitten, dass er uns zu dem Ort und dem Zeitpunkt seiner Entstehung hinführt und uns die damaligen Ereignisse sichtbar werden lässt. Oft reicht schon die Erkenntnis, dass dieses Wesen einen Teil von uns selbst verkörpert, z. B. eine negative Eigenschaft, die wir nicht einfach eliminieren können, sondern durch Hingabe und Geduld annehmen und verwandeln können.
Das Bedrohliche - was bei einer solchen Konfrontation empfunden werden kann - weicht häufig einem von Mitleid getragenen Erlösungswillen, sobald man den Mut zur notwendigen Auseinandersetzung aufbringt. Durch diese Erkenntnisarbeit und den damit einhergehenden Reinigungs- und Transformationsprozess kann der Schatten allmählich geläutert, gewandelt und erlöst werden. (Feuerstack, 2006)
Ausblick
"Die Welt wird erst heilen, wenn die Lehren von Karma und Wiedergeburt über der ganzen Erde verbreitet sein werden. Ohne dieses Wissen gibt es keine Heilung, keine Wahrheit, keine Rechtschaffenheit, keine Ruhe und kein goldenes Zeitalter."
Sai Baba
Das Ziel der praktischen Karmaarbeit ist es, aus den verstrickten Lebenssituationen herauszufinden und in ein bewusstes Leben in Selbstbestimmung reinzukommen.
Jeder Mensch sollte sein eigener Karmacoach werden!
Literatur (weiter Quellen/Hinweise auf www.Karmakultur.de)
Buermann, Uwe (Hrsg.): Die Anschauung des Karmas bei Rudolf Steiner. Bd. 1 Textstellen, chronologisch u. thematisch geordnet; Bd. 2 Längere Auszüge aus einzelnen Vorträgen zur Erg. d. Textstellen aus Bd. 1, V. Freies Geistesleben, Stuttgart 2010
Carolus, Marianne: Wie Schicksal spricht - Menschenkundliche Studien zur Reinkarnationstherapie. Info3-V., Frankfurt, 2006
Feuerstack, Christiane: Samenkörner - karmische Bilder, mit einer Einführung in die Karmaerkenntnis, Borbyer Werkstatt V. 2006
Dies.: Das Geheimnis der Goldmarie - Arbeit, Geld und Karma - ein Werkstattgespräch. Borbyer Werkstatt V. 2008
Glöckler, Michaela in: Wie wir wurden, wer wir sind – Kontroverse Sichtweisen zur Frage von Reinkarnation und Karma, hrsg. von Nothart Rohlfs, Urachhaus, 1999
Grether, Ewald: Der Mensch und sein Schicksal im Lichte der Anthroposophie - Grundlagen zur Erkenntnis des menschl. Bd. 1 Karma als Schicksalsgestalt; Bd. 2 Karma-Übungen und Schicksals-Erkenntnis; Bd. 3 Karma und Reinkarnation, Novalis V. Schaffhausen 1986
Keller, Thor: Der Doppelgänger, Mitteilungen der anthropos. Arbeit in Deutschland Nr. 121, 1977
Koopmans, Ate: Praktische Menschenkunde - Vom Umgang mit der ,ersten‘ Karmaübung. Aufsätze übersetzt aus dem Niederländischen und neu durchgesehen und verbessert; hrsg. von Huub Houben, NL-Breda 2008
Lievegoed, Bernard: Der Mensch an der Schwelle – Biographische Krisen und Entwicklungsmöglichkeiten, V. Freies Geistesleben 1986
Meyer, Thomas: Rudolf Steiners ,eigenste Mission‘ - Ursprung und Aktualität der geisteswissenschaftlichen Karmaforschung. Perseus V. Basel 2009
Lünzer, Immo: Mit Biografie- und Karmaarbeit in die Zukunft. in Feuerstack 2008
Meinhold, Werner J.: Der Wiederverkörperungsweg eines Menschen durch die Jahrtausende - Reinkarnationserfahrung in Hynose - ein Forschungsbericht. Artus, Mannheim 2006
Oehms, Heide: Karma-Erkenntnis Warum? - Innere Entwicklung als Grundlage geistiger Fähigkeiten, Urachhaus 1999 - 2. Auflage Borbyer Werstatt V.
Rohlfs, Nothart (Hrsg.): Wie wir wurden, wer wir sind - Kontroverse Sichtweisen zur Frage von Reinkarnation und Karma. Urachhaus, Stuttgart 1999
Sæther, Jostein: Einstimmen aufs Karma - Ein Wegbegleiter durch dynamische Meditation zu karmischem Hellsehen. V. Ch. Möllemann, Borchen 2008
Schneider, Johannes W.: Der Doppelgänger - Die Schattenseite unserer selbst. V. am Goetheanum, Dornach 2002
Sam, Martina Maria: Seelenübungen des Willens - Über Rückschau und Selbsterziehung, V. am Goetheanum, Dornach 2010
Stöbener, Matthias: 365 Momente der Achtsamkeit, Patloch o. J.
Steiner, Bernhard: Geld und Karma - Von der Krise zur Neuodnung des Geldwesens. Pforte, Dornach 2010
Steiner, Rudolf: Ernährung und Bewusstsein, Stuttgart 1981
Ders.: Die große Karma-Übung (Vortrag v. 9.5.1924) mit einer Einleitung von Nothart Rohlfs: Karma denken und schauen lernen. (IMPULSE Bd. 12), V. Freies Geistesleben, Stuttgart 2010
TenDam, Hans: Tiefenheilung - Ein praktisches Handbuch der Rückführungstherapie. Tasso Publishing, Ommen Niederlande, 2010 ISBN 978-1-4452-9021-8
Van Houten, Coenraad: Erwachsenenbildung als Willenserweckung, Stuttgart 3. A. 1999
Ders.: Erwachsenenbildung als Schicksalspraxis, Stuttgart 1998
Ders.. Persönliche Informationen, Engen 2005
Ders.: Manuskript zum Tag- und Nachtlernen, unveröf. 2006
Wormer, Paul; Lili Chavannes u. Ate Koopmans: Blick aufs Karma - Schicksalselemente im Lebenslauf. V. Freies Geistesleben, Stuttgart 2004
# Dieser Aufsatz ist die schriftliche Langfassung verschiedener Vorträge - über Kommentare und Ergänzungen freut sich der Verfasser.
Autor: Dipl. Ing. agr. Immo Lünzer, inkare (institut für karma & reinkarnation)
Stetteritzring 26 - 64380 Roßdorf
Fon 060 71-420 620 Fax - 420 619
mobil: 0160-8585 125 oder
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www.Karmakultur.de
Glossar
Karma
Karma (Wirken, Rad, Tat) ist das univerelle Schicksalsgesetz (kosmisches Prinzip), nach dem jede Handlung – physisch wie geistig – die von einem Wesen ausgeht, eine Wirkung, eine Folge hat und in gewisser Weise auf dieses selbst zurückwirkt. Diese muss nicht unbedingt im aktuellen Leben wirksam werden, sondern kann sich möglicherweise erst in einem der nächsten Leben manifestieren. Dadurch wird das Schicksal bestimmt.
Das Sanskritwort ,Karman‘ bedeutet ,Rad‘ oder Tat‘, noch allgemeiner ,Bewegung‘.
In dem indischen Schicksalsverständnis bedeutet es die moralisch oder rituell qualifizierte Tat. So verstanden scheint der Bedeutungsakzent des Wortes zunächst auf einem menschlichen ,Vollzug‘ zu liegen; doch kommt bereits in den Upanischaden der eigentlich entscheidende Wortsinn von Karma(n) zu demjenigen des Tuns oder Vollbringens hinzu, nämlich derjenige der Rückwirkung des Tuns auf den Täter. Mit Karma(n) ist dann immer auch das dem Täter sich einprägende Resultat seiner Handlungsvollzüge mitgemeint, ein sein ganzes Leben Begleitendes und sein Wesen Bestimmendes. In der Wesensverwirklichung des Karma-schaffenden Verursachers wird sein früher gebildetes Karma aufgezehrt und gleichzeitig wieder neues erzeugt. (Grether 1986)
Karma hängt zusammen mit dem Sanskritwort ,Karnoti‘, welches tun, machen und wirken bedeutet, es ist genau derselbe Stamm wie im lateinischen ,creare‘ = schaffen; Karma und Schaffen ist das selbe, nur in zwei verschiedenen Sprachen ausgedrückt. Karma heißt deutsch ausgedrückt: Tätigkeit, Werden, Handeln. (Steiner 15.2.1906 - GA 54)
Nach Steiner (GA 108, S. 95ff) bedeutet Karma zunächst die geistige Verursachung eines späteren Ereignisses, einer späteren Eigenschaft oder Fähigkeit des Menschen durch ein Vorhergehendes. „Gleichgültig, ob diese geistige Verursachung auftritt in einem Leben zwischen Geburt und Tod, oder ob sie sich als das große Schicksalsgesetz der Menschheit durch die verschiedenen Erdenleben hindurchzieht, so daß die Ursachen für etwas in einem Leben Geschehendes in einem vorhergehenden oder einem weit zurückliegenden Leben liegen - dieses Gesetz, dieses umfassende Schicksalsgesetz ist das, was wir Karma nennen..."
In den indischen Religionen ist die Lehre des Karma eng mit dem Glauben an den Kreislauf der Wiedergeburten, verbunden und damit an die Gültigkeit des Ursache-Wirkungs-Prinzips auf geistiger Ebene auch über mehrere Lebensspannen hinweg. Im Hinduismus und Buddhismus bezeichnet der Begriff die Folge jeder Tat, die Wirkungen von Handlungen und Gedanken in jeder Hinsicht, insbesondere die Rückwirkungen auf den Verursacher selbst. Karma entsteht demnach durch eine Gesetzmäßigkeit und nicht infolge einer Beurteilung durch eine ,höhere Instanz‘ oder Gott, es geht darum nicht um „Göttliche Gnade“ oder „Strafe“. Nicht nur „schlechtes“ Karma erzeugt den Kreislauf der Wiedergeburten, sondern gleichermaßen das „gute“. Letztes Ziel ist es darum, überhaupt kein Karma mehr zu erzeugen.
„Für den gewöhnlichen Menschensinn erscheint die Welt als etwas Fertiges; der Esoteriker aber sagt sich, was vorliegt, ist ein Produkt der Tätigkeit. Was scheinbar fertig ist, ist eine Stufe fortschreitender Tätigkeit, ein Durchgangspunkt. Die Welt ist fortwährend in Tätigkeit. Diese Tätigkeit ist eigentlich Karma. ... Der menschliche Astralkörper ist in fortwährender Tätigkeit. Darin besteht sein Leben. Diese Tätigkeit nennt man im engeren Sinne das menschliche Karma.“ (Steiner - GA 93a)
Und das menschliche Karma ist eine besondere Form des Weltenkarmas und ist in dieses eingebunden. Es ist in die Hand des Menschen gelegt, sein Karma von seinem Ich aus eigenverantwortlich zu verändern und zu gestalten.
Das Gruppenkarma resultiert aus einer Gruppe von Menschen, die ein einzelnes karmisches Ereignis, eine gemeinsame Erfahrung oder eine gemeinsame Verantwortlichkeit teilen.
Karma ermöglicht menschliche Entwicklung und hilft, den Sinn vieler menschlicher Erfahrungen zu verstehen, die ohne den Karmagedanken als ungerecht empfunden werden könnten. „Und Karma ist nichts anderes als das Maß des Ausgleiches, zu dem es der Mensch schon gebracht hat. In einer jeden Inkarnation erreicht man einen bestimmten Grad der Anpassung. Man muß nach jeder Inkarnation wieder zum Devacha aufsteigen, um zu überschauen, was man noch zu tun hat. Erst wenn der Ausgleich erreicht ist, ist Karma überwunden, und der Mensch kann etwas Neues, die wahre Weisheit, Buddhi, aufnehmen; die muß bis dahin gehegt und gepflegt werden.“ (Steiner 2.10.1905 - GA 93a) „Jeder Sklave im alten Ägypten war noch überzeugt davon, daß er wiederkommen werde, daß er einmal Herrscher sein würde statt Sklave, daß er aber Karma abzutragen habe.“ (Steiner 3.10.1905 - GA 93a)
Für den Menschen erhält das Karma dadurch seine spezielle Gestalt, dass dieser im Zuge seiner irdischen Entwicklung durch wiederholte Erdenleben hindurch schreitet; ja der Mensch ist gezwungen, sich immer und immer wieder zu inkarnieren, um die Probleme, die er selbst geschaffen hat, endlich alle aufzulösen. Jede neue Inkarnation ist eine neue Möglichkeit des Lernens, denn wir werden immer wieder mit den noch unbewältigten Problemen in uns konfrontiert. Die Bewältigung bedeutet, dass man nicht den Problemen ausweicht, sondern sie annimmt und verwandelt oder (er)löst; meist lösen sie sich mit dem Annehmen schon von selbst. Das scheint aber den Menschen ungeheuer schwer zu fallen, denn sie kommen schon seit Jahrtausenden, ja, ganzen Zeitaltern, immer wieder und wieder, und scheinen dennoch nicht viel weiter gekommen zu sein, sondern sich immer tiefer in ihr Karma zu verstricken.
Das Karmaprinzip gilt nicht nur für den Menschen, sondern für den ganzen Kosmos.
Dharma
Karma ist jede Art von ,Verbindlichkeit‘ und Dharma ist jede Art von ,Guthaben‘, die aus früheren Leben übrig blieb. Dharma bezeichnet im Hinduismus die Sitte, das Recht und Gesetz, die ethische und religiöse Verpflichtungen, ist also ein Ausdruck für das Moral-Gesetz (die vier edlen Wahrheiten im Buddhismus).
Nach Steiner ist Dharma das Gesetz der Seele, das im klaren Ich-Bewusstsein erkannte und in der Folge durch das Ich bewusst vollzogene Schicksalsgesetz. Je weiter die wahre Selbsterkenntnis des Menschen voranschreitet, desto mehr kann er aus der Einsicht in die geistigen Entwicklungsnotwendigkeiten seines individuellen Wesens zum bewussten, selbstbestimmten Vollstrecker und Gestalter seines Schicksals werden. Das aus den unbewussten Tiefen der Seele wirkende Schicksal (Karma) wird dadurch nach und nach zum bewussten Gesetz der Seele, das sich der individuelle Menschengeist selbst gibt. Eben dieses bewusste Gesetz der menschlichen Seele wird mit dem indischen Ausdruck Dharma bezeichnet. Das nächste Ziel der menschlichen Entwicklung ist es, im Zuge der wiederholten Erdenleben Karma immer mehr in Dharma zu verwandeln. Ist dieses Ziel einmal erreicht, bedarf der Mensch, wie es Buddha erstmals ausgesprochen hat, für seine künftige Entwicklung keiner weiteren irdischen Verkörperungen mehr, sondern schreitet von da an auf einem rein geistigen Entwicklungspfad fort.
„Dharma ist mit Karma eng verknüpft; sie verhalten sich zueinander wie Frucht und Samen. ... Dharma ist das Gewordene, das Resultat des vergangenen Karmas, der vergangenen Tätigkeit, und Dharma ist das gegenwärtige schaffende Prinzip in uns und erzeugt wieder das Karma der Zukunft.“ (Steiner, Sommer 1903 - GA 88)
Schicksal
„Das Schicksal mischt die Karten und wir spielen.“
Arthur Schopenhauer
Das Schicksal (von altniederländisch ,schicksel‘ = Fakt; arabisch ,kismet‘ = das Zugeteilte) umfasst ein weites Begriffsfeld dessen, was einen Lebenslauf prägt oder beeinflusst. Oft wird das Schicksal als eine Art ,höhere Macht‘ begriffen, die ohne direktes menschliches Zutun das Leben einer Person entscheidend beeinflusst: z. B. „Das Schicksal meint es gut mit ihr“, „Er wurde vom Schicksal dazu bestimmt“, „Das Schicksal nahm seinen Lauf“ oder der Schicksalsschlag.) Ein Schicksal ist aber nicht ausschließlich unvermeidbar, daher wird auch davon gesprochen, „sein Schicksal zu meistern“ oder „sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen“. Gerade durch das Prinzip von Reinkarnation und Karma kann man erkennen, dass das Schicksal weitgehend von uns selbst vorbereitet wird. Und natürlich ist das Schicksal nicht in allen Einzelheiten vorher bestimmt, denn es treten oft auch völlig neue Ereignisse ein, die nichts mit der Vergangenheit zu tun haben - diese schaffen dann neues Karma und die schicksalshaften Folgen zeigen sich in der Zukunft.
„Nehmen wir gleich einen eklatanten Fall des Schicksals, einen Fall, den ja manche Menschen kennen. Nehmen wir an, irgend jemand lerne einen andern Menschen kennen, der dann im Leben sein Freund, seine Frau oder der Mann oder dergleichen wird. Das wird von dem gewöhnlichen Oberbewußtsein so ausgelegt, daß es uns zugestoßen ist, daß wir selbst gar nichts dazu getan haben, daß der betreffende Mensch in unsere Lebenssphäre hereingetreten ist. Das ist aber nicht die Wahrheit. Die Wahrheit ist vielmehr eine andere.
Mit derjenigen Kraft, die im Unterbewußtsein ruht ... legen wir von dem Momente ab, wo wir durch die Geburt ins Dasein treten, und noch mehr, wo wir anfangen, zu uns Ich zu sagen, unseren Lebensweg so an, daß er in einem bestimmten Augenblick die Wege des andern kreuzt. Die Menschen achten nur nicht darauf, was für merkwürdige Sachen herauskommen würden, wenn man einen bestimmten Lebensweg verfolgen würde, etwa den eines Menschen, der sich in einem bestimmten Augenblicke zum Beispiel verlobt. Wenn man sein Leben verfolgen würde, wie es sich entwickelt hat durch Kindheit und Jugend, von Ort zu Ort, bis der Mensch dazugekommen ist, sich mit dem andern zu verloben, dann würde man viel Sinnvolles in seinem Ablauf finden. Man würde dann finden, daß der Betreffende gar nicht so ohne weiteres dahingekommen ist, daß ihm etwas bloß zugestoßen ist, sondern daß er sich sehr sinnvoll hinbewegt hat bis dahin, wo er den andern gefunden hat. Das ganze Leben ist durchzogen von einem solchen Suchen, das ganze Schicksal ist ein solches Suchen. Allerdings müssen wir uns vorstellen, daß dieses Suchen nicht so abläuft, wie das Handeln unter gewöhnlicher Überlegung. Das letztere geht in gerader Linie vor sich; das Handeln im Unterbewußtsein geht stark und persönlich vor sich. Aber dann ist es etwas, was im Unterbewußtsein des Menschen sinnvoll vor sich geht. Es ist gar nicht einmal richtig, wenn man vom Unbewußten redet, man sollte Überbewußtes oder Unterbewußtes sagen, denn unbewußt ist es nur für das gewöhnliche Bewußtsein... Und so ist es auch für das, was uns im Leben führt, so daß unser Schicksal ein bestimmtes Gewebe ist, das uns führt, und das ist sehr, sehr bewußt. Dagegen spricht gar nicht, daß der Mensch oft mit seinem Schicksal so wenig einverstanden ist. Würde er alle Faktoren überschauen, so würde er finden, daß er schon einverstanden sein könnte. Eben weil das Oberbewußtsein nicht so schlau ist wie das Unterbewußtsein, beurteilt es die Tatsachen des letzteren falsch und sagt sich: Es ist mir etwas Unsympathisches zugestoßen -, während der Mensch aus einer tiefen Überlegung heraus das, was man im Oberbewußtsein unsympathisch findet, in Wirklichkeit gesucht hat. Eine Erkenntnis der tieferen Zusammenhänge würde es dahin bringen, einzusehen, daß ein Klügerer die Dinge sucht, die dann Schicksal werden." (Steiner - GA 181, S 91ff)
Selbstbestimmtes Karma
Keineswegs sollte man das Karmagesetz als eine Art Schuldgericht missverstehen, das einem die Buße für frühere Vergehen auferlegt. Der Mensch erhält dadurch vielmehr den nötigen Anstoß, an seiner weiteren Entwicklung zu arbeiten und Fehler der Vergangenheit auszugleichen. Die Freiheit des Menschen wird dadurch nicht angetastet. Zwar kann er dem Karma nicht entrinnen, doch kann er es sehr wohl beeinflussen, z.B. indem er durch hygienische Maßnahmen eine Krankheit verhindert, und ihm eine neue Richtung geben, auf der dann der karmische Ausgleich in anderer Weise erfolgen kann. Es widerspricht daher auch in keiner Weise der Karmaidee, den Mitmenschen in ihrem Schicksal helfend beizustehen und dieses mitzutragen, es werden vielmehr gerade dadurch ganz neue, vielfältig erweiterte Entwicklungschancen für alle Beteiligten aufgetan. Karma steht deshalb auch in vollem Einklang mit dem christlichen Gedanken der Erlösung, die uns durch die Gnade des Christus gewährt wird, denn das ist die denkbar größte und fruchtbarste Schicksalshilfe, die es geben kann. Tatsächlich könnte ohne Hilfe des Christus niemals die Unordnung im Karma ( diese entstand anthroposophisch gesehen dadurch, dass im Lauf der Menschheitsentwicklung die kosmische Intelligenz auf die Erde herabgestiegen ist und hier zur Grundlage des menschlichen Intellekts wurde, der immer mehr zum Raub Ahrimans zu werden droht) ausgeglichen werden, die durch die Widersachermächte in die Menschheitsentwicklung gebracht wurde. (www.wiki.anthroposophie.net)
Somit erschaffen wir unsere karmische Zukunft selbst durch unser Denken, Fühlen und Wollen/Handeln.
Gnade und Karma und Freiheit
Wie hängen Karma-Lehre, Gnaden-Lehre und Freiheit zusammen?
Das 'Vaterunser' enthält mit der Bitte an Gott „… und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“ tiefe Hinweise auf das Verhältnis von Karma, Gnade und Freiheit. Karma ist immer eine Frage der Verhältnisse zwischen uns und von uns zur schöpfer-göttlichen Welt, und es steht in engem Zusammenhang mit Freiheit und Eigenverantwortung. Und die Gnade offenbart sich in dem 'Sich-Gott-näherns-in Freiheit'. (Michel, 1992)
"Manche wenden ein, dass das Prinzip der Gnade im Widerspruch zum harten Karmagesetz stehe, nach dem jede Schuld eingelöst werden müsse. Dieser Widerspruch zwischen Karma und Gnade besteht nur dem Schein nach, beide Prinzipien vereinigen sich wie alle Polaritäten in der Mitte und bedingen sich in Wirklichkeit gegenseitig. Gnade erfährt nur der, der sie erbittet. Um sie zu erbitten, muss der Mensch seine Schuld anerkennen. Karma aber ist das Gesetz, das dafür sorgt, dass der Mensch irgendwann einmal soweit kommt, seine Fehler, seine Schuld zu erkennen. Deshalb kann Gnade nur durch das Karma wirksam werden. Karma zielt auf die Einsicht des Menschen, stellt sich diese ein, ist er reif für die Gnade." (Dethlefsen, 1979)
Diese Form der Gnade integriert auch die liebevolle Zuwendung höher stehender Wesen, deren Segen neue Wege aufzeigt, ohne die Freiheit des einzelnen zu beschneiden. Und diese Liebe setzt das Karma nicht außer Kraft - sie ist ein reines Geschenk.
Gnade ist eine wohlwollene und freiwillige Zuwendung; aber nicht so, dass man sich damit seiner Freiheit und Verantwortung entledigt. Wie Gott uns unsere (karmischen) Schulden vergeben möge, hängt davon ab, wie wir uns gegenseitig unsere (karmischen) Schulden vergeben. Damit bleibt für den Bitter/Beter die schöpferische Freiheit genau so gewahrt wie auch für die schöpfergöttlichen Wesenheiten, welche die unvorstellbar aufwendige Aufgabe haben, unser Schicksal unserem Karma gemäß zu ermöglichen. Eine aus dem Herzen kommende Vergebung manifestiert eine göttliche Liebesenergie, die das Karma des Verursachers auflösen bzw. ausgleichen kann. "Was anderen zugefügt wurde, wird logischerweise nur derjenige vergeben können, den es betraf. Deshalb hat ja, wie nachtodliche Erfahrungen deutlich machen, das Verzeihen, das Verzeihenkönnen und das Verzeihenbekommen eine so enorm lösende, erlösende und somit befreiende Wirkung! 'Vergib uns, wie wir vergeben.' Sühne wird dann überflüssig, weil derjenige, dem großmütig verziehen wurde, aufgrund seines (schon jetzt oder nach dem Tode) erweiterten Erkenntniskreises ohnehin bemüht sein wird, sich der ihm widerfahrenen Großmut würdig zu erweisen. Somit wäre unser erlösendes Verzeihen ein geistiges Plus sowohl für uns selber, als auch für den anderen." (Rudolf Passion, 1985)
Kann es ein größeres Mysterium geben als die verzeihende Liebe, die im Verzeihen zum Segen für den Verzeihung Gewährenden wird? In diesem Geschehen liegt eines der Geheimnisse des Christentums und des Karmas begründet. Somit kann man auch verstehen, warum Christus lehrte, dass die Liebe höher sei als das Gesetz. (Michel, 1992)
Die Gnade hebt das Karma nicht auf, doch sie vermag es zu transformieren. Und darin liegt der entscheidende Unterschied zur Ansicht, es gäbe nur Gnade und kein Karma.
Die Reinkarnation kann auch als 'Gesamtgnade' des Vaters betrachtet werden: die Möglichkeit, immer fort in die irdische Welt wiederverkörpert zu werden;
und Karma als die 'Gesamtgnade' des Sohnes, alle Ereignisse und Erlebnisse durchleben zu dürfen, die für unsere innerlich-seelische Entwicklung notwendig sind: Und damit auch die Möglichkeit, unsere individuellen Anlagen weiter auszubilden und unsere Biografie individuell zu leben und zu gestalten. (Achiati, 1989)
Karma und Gnade sind somit zwei verschiedene Ausformungen eines göttlichen Gesetzes!
Organisationen
EARTh (European Association for Regression Therapy - Europäische Vereinigung für Regressions(Rückführungs)-therapie
EARTh wurde am 25.8.2006 in Frankfurt gegründet.
Diese Vereinigung dient der Vernetzung von europäischen (und zunehmend auch von internationalen) Fachleuten, die im Bereich Rückführung, Reinkarnationstherapie und Clearing arbeiten. Damit ist eine Plattform für Weiterbildung, Erfahrungsaustausch und Diskussion für Fachleute ins Leben gerufen worden, wo sich Experten vernetzen und weiterbilden können und wo sich Laien zum Thema informieren können.
Namhafte Rückführungstherapeuten sind die Gründungsmitglieder: Hans tenDam (Präsident), Roger Woolger, Trutz Hardo, Jan Erik Sigdell, Marianne Carolus, Ulf Parzyk, Chanda und Christoph von Keyserlingk u. a.
Einmal im Jahr gibt es eine Jahrestagung (summer school) mit Trainings, Workshops, Vorträgen und Ausbildungen (2011 in der Türkei und 2012 in Kleve, Deutschland)
Die Vereinssprache ist englisch, es gibt aber auch eine deutschsprachige Gruppe (german speaking chapter), in der sich Mitglieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz austauschen.
Näheres: earth-association.org
RiV - Reinkarnationsverband (Deutschland)
Der Reinkarnationsverband will insbesondere in Deutschland Raum Therapeuten vernetzen und Interessierte Informieren.
RiV-Vorstand und -Gründerin Karina Langer sieht ihre besondere Aufgaben darin, die "Reinkarnationstherapie" als einen wichtigen Bestandteil der "Ganzheitlichen Anwendungen" näher zu bringen und Öffentlichkeitsarbeit für das
Thema zu leisten.
Der RiV arbeitet in Kooperation mit dem SVR - Die schweizerische Vereinigung für Reinkarnationslehre und -Therapie zusammen (s. u.).
Näheres: www.RiVverband.com
SVR - Die schweizerische Vereinigung für Reinkarnationslehre und -Therapie
Die SVR ermöglicht Begegnungen mit gleich denkenden Menschen, mit denen ein offener Austausch über Reinkarnation möglich ist durch: Informationen über bevorstehende Seminare, Kurse, Vorträge etc.
Und diese Vereinigung engagiert sich dafür, dass die Reinkarnationstherapie als komplementäre Therapieform in der Öffentlichkeit mehr Beachtung und Anerkennung findet.
Näheres: www.SVRT.ch
Österreichischer Verband für Reinkarnationsforschung und Rückführung - AARRR - Austrian Association for Reincarnation Research and Regression
Dieser Verband wurde 2006 gegründet und ist eine Informationsplattform sowie Anlaufstelle für alle, die sich für Rückführungen interessieren.
Ziel ist es, die Forschung im Bereich Reinkarnation zu fördern. Auch die Verbreitung von Kenntnissen über Reinkarnation und der Möglichkeit der Rückführung von Personen ins heutige und frühere Leben ist ein Anliegen. Die Mitglieder des Verbandes verpflichten sich, nach den Grundsätzen einer vom Verband verfassten und überwachten Ethik-Erklärung zu arbeiten, die dem Klienten ein erhöhtes Maß an Vertrauen und Schutz gegen Missbrauch von Rückführungen bietet.
Außerdem ünterstützt der AARRR die Arbeit der Rückführungsexperten mit dem Ziel, die Qualität für Ausbildung, Schulung und Durchführung der Rückführungen mit der Vergabe von Zertifikaten. Mit einer Ethik-Grundsatzerklärung (die im Impressum zu finden ist) verpflichten sich seine Mitglieder auf diese Qualitätskriterien und die Würde des Menschen zu achten.
Näheres: www.Rueckfuehrungsverband.at
Kleine Geschichte zum Abschluss.
Gibt es ein Leben danach?
Ja, natürlich!
Hier ist der Beweis:
Gibt es ein Leben nach der Geburt?
Ein ungeborenes Zwillingspärchen unterhält sich im Bauch seiner Mutter.
"Sag mal, glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?" fragt der eine Zwilling.
"Ja auf jeden Fall! Hier drinnen wachsen wir und werden stark für das was draußen kommen wird." antwortet der andere Zwilling.
"Ich glaube, das ist Blödsinn!" sagt der erste. "Es kann kein Leben nach der Geburt geben – wie sollte das denn bitteschön aussehen?"
"So ganz genau weiß ich das auch nicht. Aber es wird sicher viel heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?"
"So einen Unsinn habe ich ja noch nie gehört! Mit dem Mund essen, was für eine verrückte Idee. Es gibt doch die Nabelschnur, die uns ernährt. Und wie willst du herumlaufen? Dafür ist die Nabelschnur viel zu kurz."
"Doch, es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders."
"Du spinnst! Es ist noch nie einer zurückgekommen von ‘nach der Geburt’. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Punktum."
"Ich gebe ja zu, dass keiner weiß, wie das Leben nach der Geburt aussehen wird. Aber ich weiß, dass wir dann unsere Mutter sehen werden und sie wird für uns sorgen."
"Mutter??? Du glaubst doch wohl nicht an eine Mutter? Wo ist sie denn bitte?"
"Na hier – überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein!"
"Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht."
"Doch, manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt…."
(nach Henry Nouwen 24.1.1932 - 21.9.1996, niederländischer römisch-katholischer Priester, Psychologe und geistlicher Schriftsteller. Seine Bücher zeichnen sich dadurch aus, dass sie komplizierte, philosophische Themen in einer einfachen und tiefen Sprache ausdrücken.)
lichtblick
'hoffnung ist nicht optimismus.
nicht die überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
sondern die gewissheit, dass etwas einen sinn hat,
ohne rücksicht darauf, wie es ausgeht.'
(Vaclav Havel 5.10.1936 - 11.12.2011)
“Hope is not the conviction that something will turn out well
but the certainty that something makes sense,
regardless of how it turns out.”



Sehr geehrter Herr Lünzer, danke für diesen Artikel. Obwohl aus einer gänzlich anderen Sicht und Haltung als die Meinige geschrieben. ist er wohl für mich gerade deswegen informativ.